Sonntag, 2. April 2017

Kritische Theorien in Weiden

Bildergebnis für adorno horkheimerThema: Kritische Theorien in Zeiten der Regression im Rio Raum Weiden. Das Antifa-Seminar findet vom  Sonntag den  4.  Juni bis zum Do. 20. Juli 2017   -  eventuell im Backstage – Bereich statt. Veranstaltungsbeginn zwischen 14/18 Uhr.

Zum 4. 6. eine Ergänzung: Das Antifa – Seminar, wird im Rio Raum auf mehrere Tage erweitert: So 4. 6. 2017 Seminar- Vorbereitungstreffen und -gespräch ab 14Uhr // Do. 8. 6 Dialektik der Aufklärung - Beispiel Kritik an Antipaganda u. a. Friedensaktivisten. // 15. 06. Konkret – Krieg und Frieden //  So. 16. und 17. 07 Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Dialektik der Aufklärung, Kritische Theorie und die Kritik des Positivismus. Das Verhältnis der kritischen Theorie zu Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten der Regression. Vorbereitungsgespräch zum 20. 7. // Am 20. 07 Dialektik der Aufklärung (dritter Teil)  -  Natur und Zivilisation. Prozionistische Muslime und aus gegebenen Anlass eine Kritik an den G20 Protesten. Seminarbeginn So. um 14 Uhr an anderen Tagen um 18 Uhr. Anmerkung. Text  wurde am 20. 7. nochmals überarbeitet. Im Kommentarbereich werden nach den besagten Kursustagen, die Seminartexte und Schriftstücke veröffentlicht.
Dialektik der Aufklärung, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno - Die Prognose des damit verbundenen Umschlags von Aufklärung in Postivismus, den Mythos dessen, was der Fall ist schließlich die Identität von Intelligenz und Geistfeindschaft hat überwältigend sich bestätigt.  Unsere Konzeption der Geschichte wähnt nicht, ihr enthoben zu sein, aber sie jagt nicht postivistisch nach Informationen. Als Kritik von Philosophie will sie Philosophie nicht preisgeben.“
Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Adorno –„Zueignung: Die traurige Wissenschaft, aus der ich meinem Freunde einiges darbiete, bezieht sich auf einen Bereich, der für undenkliche Zeiten als der eigentliche der Philosophie galt, seit deren Verwandlung in Methode aber der intellektuellen Nichtachtung, der sententiösen Willkür und am Ende der Vergessenheit verfiel: die Lehre vom richtigen Leben.“ Das Verhältnis der kritischen Theorie zu Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten der Regression. Uli Krug  - Der Wert und das Es - Über Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten sexueller Konterrevolution. Nur eine einzige Parallele lässt sich zwischen Marx und Freud ziehen: Die Denunziation eines übersubjektiven Zwanges, der sich doch nur in subjektivem Handeln auszudrücken vermag. Veranstalter:  Antifagruppe Weiden Neustadt Weiteres 

Kommentare:

  1. Prolog: Dialektik der Aufklärung ist eine im Untertitel als Philosophische Fragmente bezeichnete Sammlung von Essays von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno und gilt als eines der grundlegenden Werke zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Angesichts des Triumphs von Faschismus und Monopolkapitalismus als neuen Herrschaftsformen, denen die Gesellschaft keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzt, unterziehen die Autoren den Vernunftbegriff der Aufklärung einer radikalen Kritik. Sie formulieren die These, dass sich bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte mit der Selbstbehauptung des Subjekts gegenüber einer bedrohlichen Natur eine instrumentelle Vernunft durchgesetzt habe, die sich als Herrschaft über innere und äußere Natur befestigte. Aufgrund dieses „Herrschaftscharakters“ der Vernunft sei die Aufklärung, obwohl sie eigentlich die mythische Weltsicht überwinden wollte, in der modernen Gesellschaft in eine neue Mythologie zurückgeschlagen. Diese „Verschlingung von Mythos und Aufklärung“ (Habermas)[1] habe nicht einen Befreiungs-, sondern einen universellen Selbstzerstörungsprozess der Aufklärung in Gang gesetzt. Diesem Prozess durch „Selbstbesinnung“ und Selbstkritik der Aufklärung Einhalt zu gebieten, ist ein zentrales Motiv der Autoren.

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    1. Prolog, 2 Teil: Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben ist eine im amerikanischen Exil verfasste philosophische Schrift Theodor W. Adornos. Sie enthält 153 Aphorismen und kurze Essays über die Bedingungen des Menschseins (Conditio humana) unter kapitalistischen und faschistischen Verhältnissen. Neben der Dialektik der Aufklärung und der Negativen Dialektik zählt sie zu den philosophischen Hauptwerken Adornos. In seinem Gesamtwerk nimmt die Schrift eine Sonderstellung ein, da die kurzen, durchnummerierten Texte untereinander keinen erkennbaren theoretischen Zusammenhang aufweisen. Fünfzig Jahre nach ihrer Publikation im Jahre 1951 ist die Sammlung im Hinblick auf die Popularität und den von Beginn an überraschend großen Erfolg (mit insgesamt über 100.000 verkauften Exemplaren) als letztes deutsches „Volksbuch der Philosophie“ und „Hausbuch der kritischen Intelligenz“ bezeichnet worden.[1]

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    2. Prolog 3 Teil: Das Verhältnis der kritischen Theorie zu Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten Regression Anhang: Buchvorstellung: Uli Krug - Der Wert und das Es - Über Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten sexueller Konterrevolution …. Nur eine einzige Parallele lässt sich zwischen Marx und Freud ziehen: Die Denunziation eines übersubjektiven Zwanges, der sich doch nur in subjektivem Handeln auszudrücken vermag. So wie die Kritik der Politischen: Ökonomiedas kapitale Subjekt als „Charaktermaske“ eines unsichtbaren Zwanges denunziert hatte – in der revolutionären Hoffnung, dass kritischer Begriff vom Subjekt und die kritisierte Subjektivität nicht unmittelbar identisch seien –, so legt die Kritik der seelischen Ökonomie das Zwanghaft-Unbewusste am vorgeblich freien Willen des Individuums bloß – in der therapeutischen Hoffnung, dass seelische Regression ein rückgängig zu machendes je einzelnes Schicksal sei. In dem Maße aber, wie die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals den politi¬schen Zwangscharakter der Subjektivität befestigt, steigt auch das Maß der Zwanghaftigkeit des Subjekts: Äußerlich verliert das Rechtssubjekt die – schon immer limitierte – autonome Kontrolle über sein Schicksal, wird zum Teil der Gefolgschaft des autoritären Staates, innerlich verliert das Ich die – schon immer limitierte – Kontrolle über die unmittelbaren Zwänge ….Wo Ich war, wird Ich-Libido, herrscht Es. Aus dem Inhalt - Fremde Nähe - Etatistische Infantilisierung - Feindbild Freud: Die dritte Kränkung - Marx und Freud: Das Ich, das Es und das Subjekt des Tausches - Marxismus und Psychoanalyse: Die Austreibung des Unbewussten - Narzissmus, Judenhass, Ich-Libido – Literatur Weiter Informationen folgen. … usw.

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    3. Prolog 4 Teil: Zitat Adorno: Minima Moralia „Das direkte Wort, das ohne Weiterungen, ohne Zögern, ohne Reflexion dem anderen die Sache ins Gesicht sagt, hat bereits Form und Klang des Kommandos, das unterm Faschismus von Stummen an Schweigende ergeht.“ So ist es nur logisch, das in der akzeptablen zwischen – emanzipatorischen [immerhin] gelebter Demokratie, das direkte und offene Wort sehr viel eher auf Widerspruch stößt, es gehört vielmehr dort zum Selbstverständnis des Kritikers nicht zu schweigen. Die Kritik sollte dabei den Sachbezogenen Zusammenhang nicht übersehen und dabei auch bleiben. Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.

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    4. Zum 4. 6. eine Ergänzung: Das Antifa – Seminar, wird im Rio Raum auf mehrere Tage erweitert: So 4. 6. 2017 Seminar- Vorbereitungstreffen und -gespräch ab 14Uhr // Do. 8. 6 Dialektik der Aufklärung - Beispiel Kritik an Antipaganda u. a. Friedensaktivisten (siehe links)u. a. Mascha Hassler Hallo Antipaganda Dok. Christian S.
      Deine Berichterstattung ist halbwahr, und in der Tendenz falsch, dass man in diesen Fall [https://www.youtube.com/watch?v=OmELN9Jfxng&feature=youtu.be] an die Opfer des extremeren politischen Islams nicht denkt, wäre skandalös. Jedoch wurde im Eröffnungsgottesdienst zum Kirchentag an die Opfer des Anschlags von Manchester gedacht _ Zitat „Der am Mittwoch in Berlin startende evangelische Kirchentag wird bei seiner Eröffnung der Opfer des Anschlags von Manchester gedenken. "Wir werden die schrecklichen Ereignisse von Manchester in den Eröffnungsgottesdienst aufnehmen", sagte eine Kirchentagssprecherin am Dienstag. Bei dem Selbstmordattentat nach einem Popkonzert waren mindestens 22 Menschen getötet worden. Die Berliner Polizei kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für den Kirchentag nun noch einmal zu überprüfen. Aufgrund der Terrorgefahr gelten ohnehin strengere Sicherheitsvorkehrungen als bei früheren Kirchentagen.“ https://www.domradio.de/.../gedenken-opfer-von-manchester...
      Das man Bekir Alboga, einen Vertreter der islamfaschistischen DITIB-Bewegung auf den evangelischen Kirchentag zu Wort kommen lässt, der natürlich in seinen Reden alles beschwichtigt und sich permanent als Opfer sieht, ist anzuklagen; zur Wahrheit gehört aber auch das Bekir Alboga auf den Kirchentag widersprochen wurde. Abdel-Hakim Ourghi zeigte Mut und Haltung und widersprach den türkischen Islamnationalisten, zitiert sei der Satz „DITIB zwingt die Frauen zum Kopftuch tragen und in den DITIB_ Moschen werden jugendliche Moslems oft vorradikalisiert. https://www.evangelisch.de/.../welche-reformation-braucht...
      https://de.wikipedia.org/wiki/Abdel-Hakim_Ourghi

      Anm. Meiner Meinung nach müsste man die islamkritischen Menschen in den Kirchen, Gesellschaften, und bei den Muslimen stärken. Und nicht wie Erika Steinbach, fordert sie doch in reaktionärer Weise den Kirchenaustritt. Die evangelische (oder katholische) Kirche soll durch die Kampagne Steinbachs zerschlagen werden. Eine emanzipatorische Kritik an den Islam wird es von Steinbach nicht geben.
      Zu den Flüchtlingen, das „Asylrecht“ kann in humanitären Notlagen überpostiv (Naturrechtlich) interpretiert werden, also den Rahmen positivistischer Gesetzgebung - dazu - verlassen; Und Hoffnungen und Handlungen nach sich ziehen, (was manchen nicht gefällt) so das positivistische Gesetze zum Asylrecht niedriger bewertet werden. Das ist eine - nur zu menschliche Haltung, wenn Mensch (Merkel) anderen Menschen beisteht und dabei an die gesetzliche Lage erstmal nicht denkt.
      Das Mensch über die gesetzlichen Enge hinausgeht ist Teil der westlichen Zivilisation, siehe Hamburger Hochwasserkatastrophe https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmflut_1962 Helmut Schmidt forderte die Bundeswehr bei der Hochwasserrettung an.
      Für die Fluchtbewegung aus den Maghreb - Staaten ist die deutsche Bundeskanzlerin nicht verantwortlich, es sind die verschiedenen Formen des Islamismus, bzw. Putin und Assad die dazu, - anzuklagen sind.
      Weitere Info: http://antifagruppeweidenneustadt.blogspot.de/.../freihei...
      http://www.mena-watch.com/rache-an-weisshelmen-worum-es.../
      http://antifagruppeweidenneustadt.blogspot.de/.../munchen...
      http://www.mena-watch.com/russland-ist-der-killer-nummer.../
      LG Mascha
      PS: Wichtig ist die Solidarität zu Israel und den USA, den die Kritik an Donald Trump ist alle mal angebracht - einige Senatoren wollen Saudi-Arabien keine Präzisionswaffen geben.
      http://meta.tagesschau.de/.../ruestungsgeschaefte...

      https://www.facebook.com/antipagandayoutube/posts/1526028374074856

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  2. Am 15. Juni wird das Seminar den Themen-Schwerpunkt Konkret: Krieg und Frieden, genauer ansprechen

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    1. http://www.konkret-magazin.de/hefte/heftarchiv/id-2017/heft-62017.html

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  3. So. 16. und 17. 07 Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Dialektik der Aufklärung und die Kritik des Positivismus. Das Verhältnis der kritischen Theorie zu Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten der Regression. Vorbereitungsgespräch zum 20. 7

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    1. Theodor W. Adorno
      Minima Moralia
      Reflexionen aus dem beschädigten Leben
      Für Max
      als Dank und Versprechen
      Zueignung
      Die traurige Wissenschaft, aus der ich meinem Freunde einiges darbiete, bezieht sich
      auf einen Bereich, der für undenkliche Zeiten als der eigentliche der Philosophie galt,
      seit deren Verwandlung in Methode aber der intellektuellen Nichtachtung, der
      sententiösen Willkür und am Ende der Vergessenheit verfiel: die Lehre vom richtigen
      Leben. Was einmal den Philosophen Leben hieß, ist zur Sphäre des Privaten und dann
      bloß noch des Konsums geworden, die als Anhang des materiellen
      Produktionsprozesses, ohne Autonomie und ohne eigene Substanz, mitgeschleift
      wird. Wer die Wahrheit übers unmittelbare Leben erfahren will, muß dessen
      entfremdeter Gestalt nachforschen, den objektiven Mächten, die die individuelle
      Existenz bis ins Verborgenste bestimmen. Redet man unmittelbar vom Unmittelbaren,
      so verhält man kaum sich anders als jene Romanschreiber, die ihre Marionetten wie
      mit billigem Schmuck mit den Imitationen der Leidenschaft von ehedem behängen,
      und Personen, die nichts mehr sind als Bestandstücke der Maschinerie, handeln
      lassen, als ob sie überhaupt noch als Subjekte handeln könnten, und als ob von ihrem
      Handeln etwas abhinge. Der Blick aufs Leben ist übergegangen in die Ideologie, die
      darüber betrügt, daß es keines mehr gibt.
      Aber das Verhältnis von Leben und Produktion, das jenes real herabsetzt zur
      ephemeren Erscheinung von dieser, ist vollendet widersinnig. Mittel und Zweck
      werden vertauscht. Noch ist die Ahnung des aberwitzigen quid pro quo aus dem
      Leben nicht gänzlich ausgemerzt. Das reduzierte und degradierte Wesen sträubt sich
      zäh gegen seine Verzauberung in Fassade. Die Änderung der Produktionsverhältnisse
      selber hängt weithin ab von dem, was sich in der »Konsumsphäre«, der bloßen
      Reflexionsform der Produktion und dem Zerrbild wahren Lebens, zuträgt: im
      Bewußtsein und Unbewußtsein der Einzelnen. Nur kraft des Gegensatzes zur
      Produktion, als von der Ordnung doch nicht ganz Erfaßte, können die Menschen eine
      menschenwürdigere herbeiführen. Wird einmal der Schein des Lebens ganz getilgt
      sein, den die Konsumsphäre selbst mit so schlechten Gründen verteidigt, so wird das
      Unwesen der absoluten Produktion triumphieren.
      Trotzdem bleibt so viel Falsches bei
      Betrachtungen, die vom Subjekt ausgehen, wie
      das Leben Schein ward. Denn weil in der gegenwärtigen Phase der geschichtlichen
      Bewegung deren überwältigende Objektivität einzig erst in der Auflösung des
      Subjekts besteht, ohne daß ein neues schon aus ihr entsprungen wäre, stützt die
      individuelle Erfahrung notwendig sich auf das a
      lte Subjekt, das historisch verurteilte,
      das für sich noch ist, aber nicht mehr an sich. Es meint seiner Autonomie noch sicher
      zu sein, aber die Nichtigkeit, die das Konzentrationslager den Subjekten
      demonstrierte, ereilt bereits die Form von Subjektivität selber. Der subjektiven
      Betrachtung, sei sie auch kritisch gegen sich geschärft, haftet ein Sentimentales und
      Anachronistisches an: etwas von der Klage über den Weltlauf, die nicht um seiner
      Güte willen zu verwerfen wäre, sondern weil das klagende Subjekt sich in seinem
      Sosein zu verhärten droht und damit wiederum das Gesetz des Weltlaufs zu erfüllen.
      Die Treue zum eigenen Stand von Bewußtsein und Erfahrung ist allemal in
      Versuchung, zur Treulosigkeit zu mißraten, indem sie die Einsicht verleugnet, welche
      übers Individuum hinausgreift und dessen Substanz selber beim Namen ruft.

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    2. Minima Moralia Ganzer Text auf https://giuseppecapograssi.files.wordpress.com/2013/08/minima_moral.pdf

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    3. Theodor W. Adorno / Max Horkheimer - Dialektik der Aufklärung

      … Wir glauben, in diesen Fragmenten insofern zu solchem Verständnis beizutragen, als wir zeigen, daß die Ursache des Rückfalls von Aufklärung in Mythologie nicht so sehr bei den eigens zum Zweck des Rückfalls ersonnenen nationalistischen, heidnischen und sonstigen modernen Mythologien zu suchen ist, sondern bei der in Furcht vor der Wahrheit erstarrenden Aufklärung selbst. Beide Begriffe sind dabei nicht bloß als geistesgeschichtliche sondern real zu verstehen. Wie die Aufklärung die wirkliche Bewegung der bürgerlichen Gesellschaft als ganzer unter dem Aspekt ihrer in Personen und Institutionen verkörperten Idee ausdrückt, so heißt Wahrheit nicht bloß das vernünftige Bewußtsein, sondern ebensosehr dessen Gestalt in der Wirklichkeit. Die Angst des rechten Sohns moderner Zivilisation, von den Tatsachen abzugehen, die doch bei der Wahrnehmung schon durch die herrschenden Usancen in Wissenschaft, Geschäft und Politik klischeemäßig zugerichtet sind, ist unmittelbar dieselbe wie die Angst vor der gesellschaftlichen Abweichung. Durch jene Usancen wird auch der Begriff von Klarheit in Sprache und Denken definiert, dem Kunst, Literatur und Philosophie heute genügen sollen. Indem er das an den Tatsachen wie den herrschenden Denkformen negativ ansetzende Denken als dunkle Umständlichkeit, am liebsten als landesfremd, tabuiert, hält er den Geist in immer tieferer Blindheit gebannt. Es gehört zum heillosen Zustand, daß auch der ehrlichste Reformer, der in abgegriffener Sprache die Neuerung empfiehlt, durch Übernahme des eingeschliffenen Kategorienapparats und der dahinter stehenden schlechten Philosophie die Macht des Bestehenden verstärkt, die er brechen möchte. Die falsche Klarheit ist nur ein anderer Ausdruck für den Mythos. Er war immer dunkel und einleuchtend zugleich. Seit je hat er durch Vertrautheit und Enthebung von der Arbeit des Begriffs sich ausgewiesen. …

      https://giuseppecapograssi.files.wordpress.com/2013/08/dialektik_aufklaerung.pdf

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    4. Kritische Theorie und die „Kritik des Positivismus“ [Beruf und Berufung] ... Es wäre verfehlt, von einer Resignation der Kritischen Theorie gegenüber dem akademischen Betrieb zu sprechen. Doch die Funktion eines institutionalisierten schlechten Gewissens, die das wiedereröffnete Institut für Sozialforschung nolens volens innehatte, sowie die stärkere bildungspolitische Integration führten zu persönlichen und philosophischen Spannungen. Wie das Betriebliche an der Universität im Alltag ausschlägt, ist den unzähligen Briefen zwischen Adorno und Horkheimer zu entnehmen, die zwischen der Abscheu gegenüber Klüngeleien und Ränkespielen auf der einen Seite und dem notwendigen und zuweilen in aller Schärfe und Häme vollzogenen Taktieren und Paktieren anderseits schwanken. Die phi¬losophische Herausforderung, die aus den Zweifeln an der Akademie erwachsen war, lässt sich wohl nirgends deutlicher wahrnehmen als im sogenannten Positivismusstreit Anfang der sechziger Jahre. Was als eine der wichtigsten Wissenschaftskontroversen zumindest in die Geschichtsbücher der Soziologie einging, war für Adorno ein Ereignis, dessen Charakter als »Kontroverse« im Rahmen der Universität gerade in Frage gestellt wurde. Im Hinblick auf die Inhalte der hier vermeintlich über Kreuz liegenden Denkschulen war Adorno geradezu diplomatisch: »Wie eine dialektische Theorie der Gesellschaft nicht einfach das Desiderat von
      Wertfreiheit wegwischt, sondern es samt dem entgegengesetzten in sich aufzuheben trachtet, so sollte sie zum Positivismus insgesamt sich verhalten.« (22) Viel entscheidender war – und deshalb mag Adornos »Einleitung zum ›Positivismusstreit in der deutschen Soziologie‹« so ausführlich geraten sein –, dass die Debatte die Möglichkeit eines fruchtbaren Streits selbst fraglich erscheinen ließ. Über den Sinn zentraler Kategorien wie »Totalität«, »Wesen« und »Erscheinung« ließ sich auf dem Terrain des Positivismus, auf das zu begeben das Prinzip der immanenten Kritik doch fordert, schlicht nicht diskutieren. Wo »logische Immanenz selber, unter Absehung von jeglichem besonderen Inhalt, zum alleinigen Maß erhoben wird«, (23) dort muss Kritik transzendent verfahren, wenn sie von der Logik des Zwangs nichts erfasst werden möchte; und damit recht eigentlich unwissenschaftlich. Dass Adorno in diesem Zusammenhang von dem Adjektiv »positivistisch« abrückte und stattdessen das Wort »szientistisch« verwendete, war Einsicht und Notlösung zugleich. Vor allem in seiner später von Habermas popularisierten Substantivierung als »Szientismus« war damit die Vorstellung einer sich lediglich überhebenden, sich selbst übersteigenden Wissenschaft verbunden, die die Möglichkeit einer Selbstkritik der Wissenschaft bot, ohne an den Grundfesten zu rütteln. Viel tiefer reichte jedoch Adornos Ahnung, dass, was er als Positivismus kritisierte, vielleicht Bestandteil jeder Wissenschaft unter den gegebenen Verhältnissen sein könnte. Daher rührten seine Zweifel, im akademischen Rahmen übberhaupt zum Kern des Streits vorzudringen. Den »geistige(n) Ort, an dem solches möglich wäre«, konnte Adorno tatsächlich nur utopisch benennen, als »Niemandsland des Gedankens«. (24) Die Universität seiner Zeit war von diesem Bild weit entfernt. Als Adorno im Rahmen einer Vorlesung aus derselben Zeit sich dem Vorwurf ausgesetzt sah, gegenüber Heidegger »nicht akademisch argumentiert« zu haben, rechtfertigte er sich gegenüber den Studierenden damit, dass »Philosophie heute, wenn sie überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat und wenn sie sich nicht wirklich in einen platten Betrieb verwandeln soll, der nur deshalb weitergeht, weil es ihn einmalig gibt, ihre Berechtigung allein und ausschließlich an der Stelle hat, an der sie die Vorstellung des Akademischen sprengt«. (25) …
      https://jungle.world/index.php/entityprint/node/48969

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    5. Buchvorstellung mit Diskussion in Weiden

      Das Verhältnis der kritischen Theorie zu Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten Regression Anhang: Buchvorstellung: Uli Krug - Der Wert und das Es - Über Marxismus und Psychoanalyse in Zeiten sexueller Konterrevolution …. Nur eine einzige Parallele lässt sich zwischen Marx und Freud ziehen: Die Denunziation eines übersubjektiven Zwanges, der sich doch nur in subjektivem Handeln auszudrücken vermag. So wie die Kritik der Politischen: Ökonomiedas kapitale Subjekt als „Charaktermaske“ eines unsichtbaren Zwanges denunziert hatte – in der revolutionären Hoffnung, dass kritischer Begriff vom Subjekt und die kritisierte Subjektivität nicht unmittelbar identisch seien –, so legt die Kritik der seelischen Ökonomie das Zwanghaft-Unbewusste am vorgeblich freien Willen des Individuums bloß – in der therapeutischen Hoffnung, dass seelische Regression ein rückgängig zu machendes je einzelnes Schicksal sei. In dem Maße aber, wie die steigende organische Zusammensetzung des Kapitals den politi¬schen Zwangscharakter der Subjektivität befestigt, steigt auch das Maß der Zwanghaftigkeit des Subjekts: Äußerlich verliert das Rechtssubjekt die – schon immer limitierte – autonome Kontrolle über sein Schicksal, wird zum Teil der Gefolgschaft des autoritären Staates, innerlich verliert das Ich die – schon immer limitierte – Kontrolle über die unmittelbaren Zwänge ….Wo Ich war, wird Ich-Libido, herrscht Es. Aus dem Inhalt - Fremde Nähe - Etatistische Infantilisierung - Feindbild Freud: Die dritte Kränkung - Marx und Freud: Das Ich, das Es und das Subjekt des Tausches - Marxismus und Psychoanalyse: Die Austreibung des Unbewussten - Narzissmus, Judenhass, Ich-Libido – Literatur Weiter Informationen folgen. … usw.

      … Licht zu bringen ins finstere Reich des „unerhellten Triebes“ und damit das Schattenprodukt der Aufklärung, den Antisemitismus, doch aufzuklären – das darf man getrost als zentralen Antrieb der kritischen Theorie ansehen. So schrieb Adorno an Horkheimer am 5. 8. 1940: „ Mir geht es allmählich so, auch unter dem Eindruck der letzten Nachrichten aus Deutschland, daß ich mich vom Gedanken an das Schicksal der Juden überhaupt nicht mehr losmachen kann. … Anm. Ja der Antisemitismus muss überwunden werden, mann muss den Antisemiten widersprechen.
      Zeigt Solidarität mit den Juden u. Israel

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    6. Ein Beispiel:
      Dass es gilt sich gegen jeden Antisemitismus zu stellen zeigt die Redaktion-Bahamas.

      … Zitat Bahamas 76 – 2017 Toleranz aus Schwäche … „ Der Wiener SPÖ-Lokalpolitiker und Flüchtlingshelfer Götz Schrage berichtet am Holocaustgedenktag von einem beispielhaften Vorgang, der zeigt , dass die Probleme mit islamischer Immigration auch dann unter den Teppich gekehrt werden, wenn sich herausstellt , dass beim Thema Juden der Spaß endgültig aufhört. Ein jüdischer Freund von ihm hatte im Herbst 2015 auf den Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Idee, jeden Freitag Flüchtlinge zum Schabbat einzuladen. Schrage fand die Idee gut und stellte sie beim nächsten Treffen den professionellen Dolmetscher vor.

      Die Rektion beschreibt er wie folgt: Kopfschütteln, eisige Gesichter, ab dem Wort ‚Schabbat war ich nicht mehr der liebe, ältere Herr von der Volkshilfe.“ Anm. Danach kam es von seitens des Dolmetschers zu massiven antisemitischen Anfeindungen. … Er sagte „Die will hier keiner“, … „Die brauch wir gar nicht zu fragen, die hassen die Juden genau wie wir“.

      Schrage‘ s Proteste gegen den antisemitischen Dolmetscher führten zu keinen Erfolg. Ihm wurde geraden still zu sein und über den Vorfall zu schweigen.

      Ganzer Text dazu auf:
      https://www.facebook.com/g.schrage/posts/10212173155345588

      Götz Schrage ist Mitarbeiter bei der Volkshilfe Österreich gründete er einen Lernklub für Kinder aus sozial schwachen Schichten. Während der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 setzte er sich für im ehemaligen Gebäude der Tageszeitung Kurier untergebrachte Flüchtlinge ein, vermittelte Familien in Privatquartiere und nahm auch selbst eine auf.

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    7. Götz Schrage ist flüchtlinssolidarisch aktiv. Zitat: "Liebe Freunde, heute brauche ich mal eure ungeteilte Aufmerksamkeit für meine Genossin und Freundin Ban von der SPÖ Margareten. Wir haben schon bei einigen Volkshilfe Neubau Projekten zusammengearbeitet und ich schätze sie sehr. Ban ist seit 12 Jahren in Wien, spricht perfekt Deutsch, Arabisch und ihr Englisch ist recht ordentlich. Sie hat eine Ausbildung zum Integrationscoach, viel Routine bei Behördenbegleitungen und auch eine sehr charismatische Art im Lösen der kleinen und größeren Tragödien, mit denen man als Flüchtlingshelfer zu tun hat."

      https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10213056656072554&set=a.1104586136348.17821.1277582817&type=3&theater

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    8. Dialektik der Aufklärung:

      Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung

      'Der Antisemitismus heute gilt den einen als Schicksalsfrage der Menschheit, den anderen als bloßer Vorwand.'

      Zitiert aus dem Buch:
      Max Horkheimer
      Theodor W. Adorno

      Dialektik der Aufklärung

      Philosophische Fragmente

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    9. Max Horkheimer - Theodor W. Adorno
      Elemente des Antisemitismus
      Grenzen der Aufklärung
      I
      Der Antisemitismus heute gilt den einen als Schicksalsfrage der Menschheit, den anderen als bloßer Vorwand. Für die Faschisten sind die Juden nicht eine Minorität, sondern die Gegenrasse, das negative Prinzip als solches; von ihrer Ausrottung soll das Glück der Welt abhängen. Dem entgegengesetzt ist die These, die Juden, frei von nationalen oder Rassemerkmalen, bildeten eine Gruppe durch religiöse Meinung und Tradition, durch nichts sonst. Jüdische Kennzeichen bezögen sich auf Ostjuden, jedenfalls bloß auf noch nicht ganz Assimilierte. Beide Doktrinen sind wahr und falsch zugleich.

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    10. Die erste ist wahr in dem Sinn, daß der Faschismus sie wahr gemacht hat. Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert. Sie werden vom absolut Bösen als das absolut Böse gebrandmarkt. So sind sie in der Tat das auserwählte Volk. Während es der Herrschaft ökonomisch nicht mehr bedürfte, werden die Juden als deren absolutes Objekt bestimmt, mit dem bloß noch verfahren werden soll. Den Arbeitern, auf die es zuletzt freilich abgesehen ist, sagt es aus guten Gründen keiner ins Gesicht; die Neger will man dort halten, wo sie hingehören, von den Juden aber soll die Erde gereinigt werden, und im Herzen aller prospektiven Faschisten aller Länder findet der Ruf, sie wie Ungeziefer zu vertilgen, Widerhall. Im Bild des Juden, das die Völkischen vor der Welt aufrichten, drucken sie ihr eigenes Wesen aus. Ihr Gelüste ist ausschließlicher Besitz, Aneignung, Macht ohne Grenzen, um jeden Preis. Den Juden, mit dieser ihrer Schuld beladen, als Herrscher verhöhnt, schlagen sie ans Kreuz, endlos das Opfer wiederholend, an dessen Kraft sie nicht glauben können.

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    11. Die andere, die liberale These ist wahr als Idee. Sie enthält das Bild jener Gesellschaft, in der nicht länger Wut sich reproduziert und nach Eigenschaften sucht, an denen sie sich betätigen kann. Indem aber die liberale These die Einheit der Menschen als prinzipiell bereits verwirklicht ansetzt, hilft sie zur Apologie des Bestehenden. Der Versuch, durch Minoritätenpolitik und demokratische Strategie die äußerste Bedrohung abzuwenden, ist zweideutig wie die Defensive der letzten liberalen Bürger überhaupt. Ihre Ohnmacht zieht den Feind der Ohnmacht an. Dasein und Erscheinung der Juden kompromittiert die bestehende Allgemeinheit durch mangelnde Anpassung. Das unabänderliche Festhalten an ihrer eigenen Ordnung des Lebens brachte sie zur herrschenden in ein unsicheres Verhältnis. Sie erwarteten, von ihr erhalten zu werden, ohne ihrer doch mächtig zu sein. Ihre Beziehung zu den Herrenvölkern war die der Gier und der Furcht. Wann immer jedoch sie die Differenz zum herrschenden Wesen preisgaben, tauschten die Arrivierten den kalten, stoischen Charakter dafür ein, den die Gesellschaft bis heute den Menschen aufzwingt. Die dialektische Verschlingung von Aufklärung und Herrschaft, das Doppelverhältnis des Fortschritts zu Grausamkeit und Befreiung, das die Juden bei den großen Aufklärern wie den demokratischen Volksbewegungen zu fühlen bekamen, zeigt sich auch im Wesen der Assimilierten selbst.

      Die aufgeklärte Selbstbeherrschung, mit der die angepaßten Juden die peinlichen Erinnerungsmale der Beherrschung durch andere, gleichsam die zweite Beschneidung, an sich überwanden, hat sie aus ihrer eigenen, verwitterten Gemeinschaft vorbehaltlos zum neuzeitlichen Bürgertum geführt, das schon unaufhaltsam zum Rückfall in die bare Unterdrückung, zu seiner Reorganisation als hundertprozentige Rasse vorwärts schritt. Rasse ist nicht, wie die Völkischen es wollen, unmittelbar das naturhaft Besondere. Vielmehr ist sie die Reduktion aufs Naturhafte, auf bloße Gewalt, die verstockte Partikularität, die im Bestehenden gerade das Allgemeine ist. Rasse heute ist die Selbstbehauptung des bürgerlichen Individuums, integriert im barbarischen Kollektiv. Die Harmonie der Gesellschaft, zu der die liberalen Juden sich bekannten, mußten sie zuletzt als die der Volksgemeinschaft an sich selbst erfahren. Sie meinten, der Antisemitismus erst entstelle die Ordnung, die doch in Wahrheit ohne Entstehung der Menschen nicht leben kann. Die Verfolgung der Juden, wie Verfolgung überhaupt, ist von solcher Ordnung nicht zu trennen. Deren Wesen, wie sehr es sich zu Zeiten verstecke, ist die Gewalt, die heute sich offenbart.
      Weiter Info auf:
      http://copyriot.com/sinistra/reading/agnado/adorno01.html

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    12. Weitere Info zur jetzige Zeit: Der Film: Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa

      http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Auserw%C3%A4hlt-und-ausgegrenzt-Der-Hass-au/Video?bcastId=799280&documentId=43708284

      zeigt den zunehmenden Antisemitismus in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen (im doku-faktencheck.wdr.de. des WDR wird jedoch vieles wieder relativiert).

      Relativ stark wächst der Antisemitismus in den arabischen – islamischen Communitys, doch auch in diesen Bereich gibt es Widerspruch, manche Muslime kritisieren z. B die Hamas oder pro - palästinensische 'linke' NGO’s. oder zeigen ihre Solidarität mit Israel

      http://jungle-world.com/artikel/2016/48/55309.html (Neue Zionisten)

      Deshalb:

      Gegen jeden Antisemitismus!

      Zeigt: Solidarität mit Israel und den Juden!

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    13. David Schneider

      http://redaktion-bahamas.org/aktuell/2017/07/27/wutbuerger-fuer-israel/

      Auszug aus dem Vortrag:

      ... Wenn vor einer neuen Nazigefahr gewarnt wird, sollte man meinen, dass die als Nazis bezeichneten ein Problem mit Juden haben – es sei denn, man glaubt, dass die Endlösung der Judenfrage im Nationalsozialismus eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Handbuch Rechtsextremismus (2016), einem besonders dicken Wälzer aus der expandierenden Sachbuchrubrik ‚Aufstehen für Anständige‘, kommt man jedoch zum gegenteiligen Schluss, dass Antisemitismus und Antizionismus wohl nicht zum zeitgenössischen Rechtspopulismus gehören, der nämlich neuerdings auch „Juden umwirbt, um sie für den anti-islamischen Kreuzzug zu gewinnen“. Karin Priester, von der diese Expertise stammt, mag es nicht unterm Kreuzzug machen; schließlich müssen die, über die sie schreibt, ganz gefährlich rüberkommen, aber immerhin ist sie noch in der Lage zu sehen, dass es zwischen Nationalsozialismus und Rechtspopulismus einen grundsätzlichen Unterschied gibt, der sich am jeweiligen Verhältnis zu den Juden festmachen lässt.

      Dass sich unter den vielen Spinnern, die es zur AfD zieht, dennoch auch antisemitische gibt, liegt nicht zuletzt am weit verbreiteten Fetisch der „eigenen Meinung“, der von den Wutbürgern aller Couleur gepflegt wird und letztlich zur politischen Paranoia tendiert. Wenn Deutsche gegen verkrustete Strukturen, die Kälte der Zivilisation und gierige Volksverräter mobil machen, ist es nicht weit zur Projektion des Unglück verursachenden Juden. Dennoch ist die AfD keine programmatisch antisemitische Partei. Es spricht zwar wenig dagegen, Leuten wie Wolfgang Gedeon, der in der Linkspartei vermutlich gar nicht aufgeflogen wäre, nachzuweisen, wie kaputt sie sind, nur weiß das mittlerweile sowieso jeder. ...

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  4. Am 20. 07 Dialektik der Aufklärung (dritter Teil) - Natur und Zivilisation. Prozionistische Muslime und aus gegebenen Anlass eine Kritik an den G20 Protesten.

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    1. Dialektik der Aufklärung (dritter Teil) - Natur und Zivilisation.

      Leo Löwenthal: „Ist dies doch eine Gesellschaft, die den Menschen einzig und allein als disponible Größe zur Auspressung von Mehrwert kennt und die ihr Anderes, Natur, rein als Gegenstand einer krämerseligen Vorstellung von Nützlichkeit betrachtet. Diese Verhältnisse, in denen Mensch und Natur gleichermaßen erniedrigte und geknechtete, verächtliche und verlassene Wesen sind, umzustürzen, steht im Zentrum aller Anstrengung von kritischer Theorie. Und insofern begreift sie sich auch als die theoretische Seite der Befreiung der Menschheit aus Ohnmacht und Gewalt.
      Das ist allein möglich, weil kritische Theorie die Menschen als die Produzenten ihrer gesamten gesellschaftlichen Lebensformen begreift, Gesellschaft also als allein durch menschliche Tätigkeit geworden und so auch als fundamental veränderbar versteht. In dieser grundsätzlichen historisch-materialistischen Weise knüpft kritische Theorie an ihre Begründer, Karl Marx und Friedrich Engels, an, geht zugleich aber über sie hinaus. Der Vorstellung etwa von der grundstürzenden Macht des Proletariats, wesentliche Hoffnung noch bei Marx und Engels, begegnet sie äußerst reserviert. Der Stalinistische Terror zum einen, die Ermordung der Juden in Europa zum anderen steht im Hintergrund der skeptischen Haltung. Dies aber markiert keinen Bruch, sondern bezeugt nur das Selbstreflexivwerden von kritischer Theorie. In anderen Worten ist die bürgerliche Gesellschaft ohne Marx nicht zu begreifen; mit Marx allein aber ist die bürgerliche Gesellschaft ebenso wenig zu begreifen.“

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    2. Diese Wendung findet dann ihre Zuspitzung in der von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfassten Dialektik der Aufklärung, in der nun nicht mehr die kapitalistische Produktionsweise allein Gegenstand der Kritik ist, sondern die abendländische Kultur insgesamt. Damit aber, und das macht die Aktualität dieses Denkens aus, damit ist uns die Möglichkeit eröffnet, herauszutreten aus der immer noch selbstverschuldeten Unmündigkeit in ein ‚Reich der Freiheit’, in dem, so Adorno, die Gewalt gegen Mensch und Natur gleichermaßen endlich aufhören.

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    3. 20,7 Dialektik der Aufklärung. Über die Möglichkeit einer versöhnten Gesellschaft

      Die Flüchtlinge treibt die Not. Aus dem banalen Interesse, einfach zu überleben oder an einem Ort zu sein, der zumindest potenziell Perspektiven für ein sinnvolles Leben bereit hält, durchwandern die Flüchtlinge weite Strecken, nehmen lebensgefährliche Wege auf sich, um dann, enttäuscht vom Schicksal, von panisch gewordenen Grenzpatrollien festgenommen zu werden. Oder sie bleiben im Stahl der Stacheldrahtzäune hängen und müssen dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen sind. Nur einige, wenige Flüchtlinge schaffen es schließlich ins ersehnte Land. Aber anstatt von offenen Armen begrüßt zu werden, von Menschen, die ihre Not mitempfinden, werden sie als erstes Bekanntschaft mit den kulturellen Errungenschaften der modernen, „zivilisierten“ Gesellschaft machen, nämlich der Administration, dem Stolz der „verwalteten Welt“, die keine Ausnahmen macht und darum alle Menschen gleich behandelt. Aber rechtlichen Schutz, der der Situation angemessen wäre, wird es dennoch nicht geben! Denn die erste Funktion des Gesetzes besteht darin, Grenzen zu ziehen, Ordnung zu schaffen, wo Unordnung herrscht. Flüchtlinge aber gelten als potenzielle Unruhestifter, sie kommen aus einer anderen Gegend, sprechen eine andere Sprache, haben eine andere Arbeitsmoral, verbrauchen letztlich mehr Geld, als sie einbringen. Darum sind sie unwillkommene Gäste. Stoßen die Flüchtlinge hier auf das verärgerte Verwaltungspersonal, dass Überstunden schieben muss, und dennoch schlecht bezahlt wird, so geraten sie da gelegentlich auf unzufriedene Bürger und Bürgerinnen, die Angst haben, dass die „Ausländer“ nur gekommen sind, um ihnen die Rente zu nehmen. Darum sollen die Flüchtlinge das Land verlassen, nur die Brauchbaren, die sich verwerten lassen, können bleiben.

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    4. Immer und immer wieder offenbart sich die Geschichte der Menschen als eine Geschichte aufeinanderfolgender Absurditäten, eine Geschichte fortgesetzter Fragwürdigkeiten. Die Tatsache, dass die Menschen auch im 21. Jahrhundert notgedrungen einen Kampf um das nackte Überleben führen müssen, einen brutalen Selbsterhaltungskampf, als seien die Menschen zurück in den Naturzustand versetzt, dürfte mehr denn je den Eindruck erwecken, dass das Projekt der Aufklärung, freie und vernünftige Subjekte hervorzubringen, die die Welt so einrichten, dass vernünftige Menschen in ihr leben können, gescheitert ist. Denn von freien und vernünftig Zuständen kann angesichts der vielen Krisen, die ihre Opfer verlangen, nicht die Rede sein. Dabei sind die objektiven Möglichkeiten unlängst gegeben, um solche menschenunwürdigen Zustände abzuschaffen. Repressive Herrschaft, Krieg und Gewalt müsste es schon lange nicht mehr geben und doch erscheint es wie ein Naturgesetz oder Naturzwang, dass diese menschlichen Krisen immer wieder eintreten.
      Bekanntlich haben Adorno und Horkheimer diesen Zusammenhang in der „Dialektik der Aufklärung“, die im amerikansichen Exil 1942 begonnen und 1947 veröffentlicht wurde, radikaler ausgedrück: Aufklärung bzw. Rationalität schlage in Mythos bzw. Irrationalität um, weil die beiden Gegensätze in Wahrheit auf einen einheitlichen Prozess der Bemächtigung des Unbekannten, dem „Nichtidentischen“ zurückgeführt werden können. Aufklärung und Mythos gründen letzlich beide in demselben Anspruch, die Natur dem menschlichen Willen vollends zu unterwerfen. Aber weil der Mensch selbst Teil der Natur ist, endet dies schließlich in einer Art Selbstunterwerfung, Selbstaufopferung, die sich dann in Form von sozialen Krisen, Krieg und Gewalt ausdrückt. Die gesellschaftlichen Probleme, die Geschichte der Zivilisation kann daher immer als ein Scheitern, ein richtiges Naturverhältnis einzugehen, interpretiert werden. „Jeder Versuch, den Naturzwang zu brechen, indem Natur gebrochen wird, gerät nur um so tiefer in den Naturzwang hinein. So ist die Bahn der europäischen Zivilisation verlaufen.“

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    5. Im Vortrag wird es darum gehen, den Zivilisationsprozess nachzuzeichnen. Er soll verständlich machen, warum die zivilisierte Welt immer wieder in Krisen ausbricht, oder wie Adorno und Horkheimer es in ihrer Vorrede der „Dialektik der Aufklärung formulieren“, „warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“.
      Die Begriffe „Natur“ und „Naturzwang“ werden hierbei eine herausragende Rolle spielen. Das „Eingedenken der Natur im Subjekt“, eine Formulierung, die am Ende des ersten Kapitels „Zum Begriff der Aufklärung“ auftaucht, erweist sich dabei als eine Praxis, ein Naturverhältnis einzuüben, das sich dem Umschlag von der Rationalität in die Irrationalität widersetzt. Das „Eingedenken der Natur im Subjekt“ wäre daher die Bedingung der Möglichkeit einer versöhnten Gesellschaft.
      Wie die Erzählung von den Sirenen die Verschränktheit von Mythos und rationaler Arbeit sich beschließt, so legt die Odysse insgesamt Zeugnis ob von der Dialektik, er benutzt dabei die List um die Gewalten der Naturgottheiten zu überwinden

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    6. Neuzeitliche Naturbeherrschung
      Freilich kann noch bis zum Beginn der Neuzeit von Herrschaft über die äußere Natur im strengen Wortsinne nicht die Rede sein. Auch wenn aus allen Regionen der Welt und über die Jahrhunderte hinweg vereinzelte, kleinflächige Umweltprobleme überliefert sind, werden im mimetischen Zeitalter Wind und Wetter, Boden und Haustiere ebenso wenig beherrscht, wie im mythischen und metaphysischen.
      Bis zum Vorabend der Neuzeit gehen Bauern und Handwerker mit Natur um. Sie wirken, naturnotwendig-ewig, auf sie ein, bleiben ihr aber ausgeliefert. Insofern hat dies vordergründig reichlich idyllische Einwirken weit mehr etwas von einem Kampf – gegen Seuchen, gegen wilde Tiere, die die eigene Herde bedrohen, oder gegen Naturkatastrophen. Natur war also vertraut und zugleich beängstigend nahe. Von Herrschaft kann recht eigentlich erst das Wort dann sein, wo der Mensch sich von Natur loslöst, von ihr abrückt. Einzig kraft der »Selbstdistanzierung des Menschen von Natur« kann er sie zum Objekt seines Befehls machen. Das geschieht in der frühen Neuzeit, in der Herrschaft über die Natur zu einem wesentlichen Thema wird.
      Mit Francis Bacon wird das Programm der Naturbeherrschung wortgewaltig und in äußerster Klarheit formuliert; und angesichts des Schreckens, der nicht allein von einer durchgeisterten und bezauberten Natur ausging, sondern auch von der Übermacht der christlichen Kirche am Ausgang des Mittelalters, kann die Leistung der Mündigerklärung des menschlichen Geistes gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Problematisch erscheint allein, dass dieser Prozess einzig als Befreiung verstanden wurde, dass sich die Menschheit seither selbstherrlich im Besitz der ganzen Wahrheit wähnt, vergessen macht, welcher Verlust und welche Kosten mit diesem Siegeszug verbunden bleiben.
      Bacons Neue Wissenschaft stellt sich die praktische Aufgabe, die Ursachen und Bewegungen, die verborgenen Kräfte in der Natur zu erkennen, um schließlich die Herrschaft des Menschen über die Natur bis an die Grenzen des überhaupt Möglichen auszudehnen. Der Mensch wird so zum Herren und Eigentümer der Natur, fähig die natürlichen Prozesse systematisch und vollständig zu steuern. Nach und nach wird Bacons Programm mit der Wissenschaft insgesamt assoziiert und uneingeschränkt angewandt in Technologie und kapitalistisch-industrieller Produktion. Der Komplex von Wissenschaft, Technologie und Produktion wurde angesehen als ein Fortschritt ohne jede natürliche Grenze mit der Tendenz zu einer unendlichen Erweiterung der Handlungsspielräume des Menschen. Alle Welt ist seither um das menschliche Ich zusammengezogen. Die Welt wird zum »reinen Menschenwesen«.
      Mit der zunehmenden Intellektualisierung und Rationalisierung der Welt gibt es prinzipiell keine geheimnisvollen und unberechenbaren Mächte, vielmehr ist man durchdrungen von der Überzeugung, »alle Dinge […] durch Berechnen beherrschen« zu können. »Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt«. Die Entzauberung der Welt verbunden mit dem bürgerlichen Glückversprechen, Freiheit und Wohlstand durch eine Überfülle an Waren herbeizuführen, führte aber zu Problemen, die bereits den aufmerksameren Zeitgenossen des vorvergangenen Jahrhunderts nicht entgangen und heute unübersehbar sind. Denn in der Welt der durch den Wert vermittelten Naturbeherrschung werden die anfänglich vereinzelten und kleinflächigen zu massenhaften und raumgreifenden Umweltzerstörungen.

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    7. Zweite Moderne, reflexive Naturbeherrschung
      Angesichts dieses Bedrohungsszenarios haben die modernen Gesellschaften längst begonnen, sich auf ökologische Probleme einzustellen. Die natürliche Umwelt findet Berücksichtigung. Gleichwohl hat sich ein in hohem Maße paradoxer Umgang mit den ökologischen Problemlagen eingeschlichen. Von der Möglichkeit der Abwehr ökologischer Schädigung hat man weithin Abschied genommen; ökologisches Handeln erschöpft sich in der zur zweiten Natur geronnenen kapitalistischen Gesellschaft vornehmlich im Management von Folgeproblemen. Natur, um die es in den Diskussionen um den Klimawandel etc. geht, ist weiterhin »Inbegriff bloßer Objekte«,
      Ding »totaler Ausbeutung«, in andern Worten lediglich nutzbares Substrat kapitalistisch betriebener Selbsterhaltung, ja kann als solches gesellschaftlichen Zwecksetzungen scheinbar beliebig unterworfen werden. Darauf weist auch Christoph Görg in seinen Überlegungen über die Gestaltung der Naturverhältnisse hin: »Obwohl im Rahmen der ökologischen Problematik zwar durchaus die Erfahrung gemacht wurde, dass dies [die totale Aneignung von Natur; D.L.] nicht unbegrenzt möglich ist, versucht eine rein technische Optimierungsstrategie gleichwohl nur die Naturbeherrschung zu modernisieren, indem sie mögliche negative Folgewirkungen in Gestalt ökologischer Risiken einzukalkulieren versucht.« So bewegt sich eine zeitgenössische Kommunikation um ökologische Problemlagen in etwa auf dem Niveau des Engelsschen Spätwerks. Friedrich Engels, dem recht eigentlich das Verdienst zukommt, mit Nachdruck auf die ökologischen Konsequenzen der kapitalistischen Produktionsweise hingewiesen zu haben, hat in der postum veröffentlichten Dialektik der Natur skizziert, wie der Mensch, im Unterschied zum Tier, durch planmäßiges Handeln der Welt den Stempel seines Willens und seiner Vernunft aufprägt. Im selben Atemzug indes räumt er ein, dass solche Siegeszüge der Gattung Mensch reine Pyrrhussiege sind, denn »für jeden solcher Siege rächt sie [die Natur; D.L.] sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben.« Das beschreibt beinahe weitsichtig den heutigen Umgang mit der äußeren Natur, der versucht, die zweiten und dritten Linien, von denen Engels handelt, zu berücksichtigen. Ging die Neue Wissenschaft Bacons noch davon aus, restlos alles sich unterwerfen zu können, so hat die Hoffnung auf eine vollständige Beherrschung durch Berechnung inzwischen ausgedient. Gleichwohl wird das Programm der Neuen Wissenschaft unter den Stichworten »Unsicherheit« und »Ungewissheit« angesichts der Folgen, das heißt ohne den Glauben an eine absolute Rationalität, fortgeschrieben. So wird Görg zufolge »weiterhin eine Berechenbarkeit der Natur angestrebt, nun jedoch als Kontrolle der negativen Nebenfolgen der Naturbeherrschung, z.B. durch Berechnung der Wahrscheinlichkeiten und der möglichen Kosten von Klimaschäden«.

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    8. Die Verdinglichung der Natur
      Angesichts der unvorhergesehenen Wirkungen resümiert Engels seine Überlegungen in den Worten: »Und so werden wir bei jedem Schritt daran erinnert, daß wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht…«.
      Die Aporien des großen Menschheitsunternehmens Durch-Berechnen-Beherrschen-Können, die Engels sieht, werden erhellt durch die Überlegungen der kritischen Theorie. Oben wurde bereits angedeutet, dass es dem vernünftigen Lebewesen Mensch darum geht, Inkommensurables abzuschneiden, um so das, was ist, der kalkulierenden Vernunft zu unterwerfen. Weder Horkheimer noch Adorno geht es dabei um eine generelle Kritik der Aneignung der Natur. Beide zielen mit ihren Überlegungen vielmehr auf eine spezifische »Reduzierung von Natur« – nämlich auf die »Austreibung eines ihr immanenten Werts und Sinns.« Naturbeherrschung meint also eine Entqualifizierung der stets konkreten Mannigfaltigkeit des natürlichen Geschehens. Ihre Kritik richtet sich gegen eine bestimmte Art und Weise, die »Einheit der Natur« herzustellen – eine Konstruktion von Natur, die ihre Qualitäten dem Schematismus des abstrakt-begrifflichen Denkens unterwirft: »Die Abstraktion, das Werkzeug der Aufklärung, verhält sich zu den Objekten wie das Schicksal, dessen Begriff sie ausmerzt: als Liquidation.« Kritische Theorie über die Naturbeherrschung steht damit auf den Schultern von Georg Lukács' Überlegungen über die Verdinglichung, deren Wesen in der Ersetzung des Qualitativen durch das Quantitative, der Ersetzung des Konkreten durch das Abstrakte besteht. Ein Ersatz, der auf dem »Prinzip der auf Kalkulation, auf Kalkulierbarkeit eingestellten Rationalisierung«
      beruht. Dies Prinzip verselbständigt sich im modernen Kapitalismus, auf den Lukács freilich seine Kritik beschränkt, und lässt Selbsterhaltung schließlich verwildern.
      Die Verdinglichung der Natur und die Verselbständigung ihrer Beherrschung stellt aber keine aus der Zeit gefallene, sozusagen überhistorisch tragische Erscheinung dar. Im Gegenteil, so ist in der Dialektik der Aufklärung zu lesen, »gründet die gesamte logische Ordnung, Abhängigkeit, Verkettung, Umgreifen und Zusammenschluß der Begriffe in den entsprechenden Verhältnissen der sozialen Wirklichkeit, der Arbeitsteilung.«

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    9. Formen des Denkens wie die des Handelns sind demnach gesellschaftlichen Charakters, was Horkheimer und Adorno anhand einer Studie der Soziologen Emile Durkheim und Marcel Mauss zu verdeutlichen suchen. Den Beobachtungen Durkheims und Mauss' zufolge ist die logische Hierarchie lediglich Ausdruck einer sozialen Hierarchie. Hierfür prägen sie den Begriff des Soziozentrismus, das heißt, dass die geistigen Klassifikationsformen Projektionen einer vorgeblich naturwüchsigen Gesellschaft über das Individuum auf Natur sind. Mit der Kritik der Verdinglichung der Natur formuliert kritische Theorie eine scharfe Selbstkritik der Naturvergessenheit des Sozialen. »Der gesellschaftliche Prozeß ist weder bloß Gesellschaft noch bloß Natur, sondern Stoffwechsel der Menschen mit dieser, die permanente Vermittlung beider Momente.« Das, was im gesellschaftlichen Prozess angeeignet wird, ist aber keine dem Sozialen eigenständig vorangehende ontologische Sphäre. Zugleich geht das Angeeignete niemals vollständig im gesellschaftlichen Prozess auf. Natur avanciert damit gerade nicht zu einem normativen Maßstab, an dem sich alles Leben zu orientieren hätte. Sie ist immer schon in den sozialen Prozess involviert, behält aber ein Moment der Unverfügbarkeit, des Widerständigen. Diese Unverfügbarkeit ist nicht positiv zu greifen, sondern wird nur erfahrbar in Augenblicken des Scheiterns, so etwa in ökologischen Problemen. Natur ist also »zu verstehen als eine Konstruktion und gleichzeitig als das, was obwohl in und durch Gesellschaften reproduziert, als das Andere von Gesellschaft, Kultur oder Technik diesen in konkreten Situationen oder Konstellationen entgegengesetzt ist.«
      Gegen die Ideologie der Naturbeherrschung macht das kalkulierende Wissen und Handeln in den Augenblicken des Scheiterns die Erfahrung, dass das Material des Tuns einen Eigensinn, eine Bestimmtheit an sich selbst besitzt. Angesichts dieses Ansichseins des Naturstoffs ist es eben nicht möglich, Natur zu beherrschen, so wie, bei aller Fragwürdigkeit der Engelsschen Metaphorik, ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht. Angesichts dieser Unmöglichkeit der Naturbeherrschung scheint es geboten, das gesellschaftliche Verhältnis zur Natur neu zu reflektieren.

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    10. Beherrschte Naturbeherrschung
      Die unmögliche Naturbeherrschung hebt aber zugleich die Frage nach Emanzipation auf eine ganz neue Stufe. In seiner Rede über Polen verkündet Friedrich Engels, »eine Nation kann nicht frei werden und zugleich fortfahren, andere Nationen zu unterdrücken.« Dieser Gedanke ließe sich variieren. So kann die Menschheit nicht frei werden und zugleich fortfahren, Natur zu unterjochen, das Programm der Naturbeherrschung sei es auch sozialistisch fortzuschreiben. Dies hebt die Dialektik der Aufklärung ins Bewusstsein. Die Beherrschung der Natur und die Emanzipation des Menschen sind keineswegs als Verbündete anzusehen wie noch die klassische Aufklärung meinte, vielmehr ist die entfesselte Naturbeherrschung, die verwilderte Selbsterhaltung ein zentrales Hindernis der wirklichen Mündigerklärung des Geistes. Solange Natur bloß rein als Gegenstand für den Menschen, rein als Sache der Nützlichkeit, Formulierungen, die noch beim Marx der Kritik der politischen Ökonomie zu finden ist, angesehen wird, solange bleibt die Menschheit im Bann der als »Massenracket in der Natur« wütenden Gesellschaft. Dieser Sorge verleiht auch Horkheimer Ausdruck, wenn er eine seiner Vorlesungen mit den Worten beschließt, »und denken wir selbst den Fall, alle gesellschaftlichen Antagonismen seien überwunden – wäre unser Denken dann damit befriedigt, daß jetzt die Menschheit nichts anderes mehr wäre als eine konfliktlose Aktionsgesellschaft zur gemeinsamen Ausbeutung der Natur?«
      Ohne die Anerkennung des Eigensinns der Natur scheint ein angemessenes Verständnis der ökologischen Probleme, in der sich ihre Eigenständigkeit gerade Ausdruck verschafft, nicht möglich. Und: in einer wirklich vernunftvollen und von Herrschaft befreiten Einrichtung der Welt können die Menschen nicht fortfahren, ein bloß instrumentelles Verhältnis zur Natur beizubehalten. Walter Benjamin gibt einen Hinweis darauf, worauf der Geist zu reflektieren hätte, so es ihm um eine vom Zwang zur Naturbeherrschung ledigen Gesellschaft geht: »Wer möchte aber einem Prügelmeister trauen, der Beherrschung der Kinder durch die Erwachsenen für den Sinn der Erziehung erklären würde? Ist nicht Erziehung vor allem die unerlässliche Ordnung des Verhältnisses zwischen den Generationen und also, wenn man von Beherrschung sprechen will, Beherrschung der Generationenverhältnisse und nicht der Kinder? Und so auch Technik nicht Naturbeherrschung: Beherrschung vom Verhältnis Natur und Menschheit.«
      Ein vernünftiger Zustand wäre danach nur jenseits der schlechten Alternative von Herrschaft, der Unterwerfung des Selbst unter die Natur oder der Natur unter das Selbst vorstellbar. Natur wäre so auch das mit dem Geist zu versöhnende. Solche Auferstehung der Natur aber bleibt, daran darf kein Zweifel bestehen, gebunden an Vernunft, weil Freiheit eben untrennbar ist vom aufklärenden Denken. Mit dem Ziel Abhängigkeiten zur sozialdarwinistischen Naturgegebenheiten und Herrschaft zu überwinden.
      Weiter Info:
      Dirk Lehmann - Einführung in Kritische Theorie https://www.youtube.com/watch?v=n5HEnEhSm4o

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    11. Prozionistische Muslime

      Sarah Zoabi, ihr Sohn Mohammed, beide aus Ober-Nazareth, und Abdullah Abed al-Rahman aus Abu Gosh gehören zu einer Avantgarde unter den arabischen Muslimen in Israel. Sie bezeichnen sich als israelische Patrioten und ¬rufen dazu auf, dem jüdischen Staat zu dienen. Bei verschiedenen Begegnungen haben Sarah Zoabi und Abdullah Abed al-Rahman von ihren Beweggründen erzählt und über die Anfeindungen und den Zuspruch gesprochen, die sie erfahren.
      Sarahs Sohn Mohammed hat sich »als erster Araber in Israel getraut, öffentlich eine Meinung zu äußern, die der ›arabischen Sache‹ zuwiderläuft«, sagt die sichtlich stolze Mutter. Das war nach der Entführung der drei Jugendlichen Eyal, Gilad und Naftali im Juni 2014. Damals lud Mohammed ein Video auf Facebook hoch, in dem er die Geiselnehmer dazu aufrief, die Jungen freizulassen. Mohammed und Sarah wurden daraufhin bedroht und mussten sich in verschiedenen Wohnungen verstecken. Die Polizei fasste drei Mitglieder einer Familie, die geplant hatten, sich an Mohammed für die Videobotschaft zu rächen. Zu seiner Sicherheit ging der junge Mann für einige Monate ins Ausland.
      Als sich das Fernsehmagazin »Uvda« des Falls annahm, bekam die Geschichte eine unerwartete Wendung. Das Fernsehteam war von den Kochkünsten Sarahs so begeistert, dass es die Frau dazu ermutigte, beim populären Kochwettbewerb »Master Chef« mitzumachen. Im Juni 2015 nutzte sie zur Prime Time die große Fernsehbühne, um zu erklären, dass sie eine stolze Zionistin sei, die sich mit keiner anderen Fahne als der israelischen identifiziere. Sarah wurde schlagartig landesweit bekannt.
      Abdullah kommt aus Abu Gosh, ¬einer arabischen Stadt in den Bergen um Jerusalem, deren arabische Bevölkerung im Unabhängigkeitskrieg auf der Seite Israels stand. Heutzu¬tage ist der Ort bei Israelis und Touristen wegen seiner vorzüglichen arabischen Küche bekannt. Als sich Abdullah auf seiner Facebook-Seite gegen die jüngste Terrorwelle aussprach und Anfang 2016 die Liqui¬dierung eines Terroristen guthieß, zirkulierte sein Profil bei verschiedenen palästinensischen Facebook-Gruppen. Er erhielt Drohungen, die ihn veranlassten, seine Arbeitsstelle zu wechseln. Der Bürgermeister von Abu Gosh reagierte auf den Eintrag mit der Erklärung, dass Abdullah nicht die Stadt repräsentiere.
      Abdol, wie er sich auch nennt, betrieb gemeinsam mit dem orthodoxen Juden Michal Julian die Seite »Rechte und Araber tweeten«, ein Projekt, dass die jüdisch-arabische Koexistenz unter einem zionistischen Gesichtspunkt befördern soll. Mittlerweile ist Sarah eine der Mitbetreiberinnen der Plattform, die Bevölkerungsgruppen miteinander in Kontakt bringt, die sich sonst meiden.
      Hinter Feindseligkeiten stecke oft Unwissenheit, sagt Abdol bei einem Gespräch in einer Espressobar im Zentrum von Tel Aviv. Friedliebende Araber hätten in Israel kaum Medienpräsenz. Wenn die Unterstützer der Rechten in direkten Kontakt mit all den arabischen Leuten kämen, die nur in Ruhe ihren Kaffee trinken und ihrem Beruf nachgehen wollten, könne dies Feindbilder ins Wanken bringen.
      Abdol betont, dass es in allen arabischen Städten und Dörfern viele junge Menschen gebe, die wie er und Mohammed Zoabi gerne in Israel ¬leben. Wie er selbst würden sie von den arabischen Führern dafür oft als Kollaborateure angesehen.

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    12. Sarah sagt, dass sie sich unter Rechtszionisten gut aufgehoben fühle, weil sie die eigentlichen Befürworter der Integration der Araber in die israelische Gesellschaft seien. Die NGO »Im Tirzu« lud sie in den vergangenen Monaten mehrfach als Rednerin ein und ehrte sie mit einer Auszeichnung für ihren Beitrag zur Integration von Minderheiten. Matan Peled, der Vorsitzende von »Im Tirzu«, sagte in einer Stellungnahme zur Unterstützung Sarahs, dass sie ein gutes Beispiel für die zionistische Idee sei: »Sie ist nicht jüdisch, fordert aber Integration aus dem Bestreben heraus, das einzige Land im Nahen Osten zu stärken, das den Bürgern Sicherheit, Menschenrechte und Bürgerrechte bietet. Deshalb müssen wir Sahra in jeder Weise helfen.« Als Premierminister Benjamin Netanyahu ihr Engagement auf einer Versammlung des Likud unter dem Beifall der Zuhörer lobte, fühlte sie sich in allem bestätigt.
      Sarah setzt sich insbesondere für die gesellschaftliche Teilhabe arabischer Frauen ein. Israelische Frauen aus jüdischen Familien hätten die Freiheit, über ihr Leben selbst zu bestimmen, während die Lebensentscheidungen der muslimischen Frauen immer noch von der Familie getroffen würden, sagt sie. Aber auch hier ändere sich gerade etwas, fügt sie hinzu. Frauen würden mit der Waffe in den Streitkräften dienen und es bei der Armee und in der Polizei zu Befehlshaberinnen bringen. Viele junge arabische Frauen ziehe es in »gemischte« Städte, sagt Sarah, wo sie freier leben könnten als in der eigenen Community. Die gebildeten und modernen arabischen Frauen in Haifa seien für viele Mädchen ein Vorbild. Aber viele arabische Männer kämen mit dieser Entwicklung nicht mit.

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    13. Dass ihr Sohn Mohammed im Frühjahr 2015 seinen Dienst in den israelischen Streitkräften antrat, ist für Sarah Ausdruck seines Pflichtbewusstseins. Die Armee, sagt sie, verteidige alle Bevölkerungsgruppen in Israel.
      Auch Abdol sieht die Armee positiv. Zu seinem Bedauern, so sagt er, leisteten viele junge Araber aufgrund von sozialem Druck und offener Einschüchterung keinen Militär- und Ersatzdienst und verbauten sich so die Integration.
      Sarah und Abdol sind aber der Ansicht, dass die Einschüchterung nicht verhindern könne, dass Israel in den nächsten Jahren eine steigende Zahl muslimischer Rekruten in der israelischen Armee haben werde. Abdol verweist auf die steigende Zahl christlicher Rekruten, die mit dem Engagement des prozionistischen Priesters Gabriel Naddaf aus Nazareth zusammenhänge, einem »guten Bekannten« von Abdol.
      Im Oktober 2012 rief der griechisch-orthodoxe Priester Naddaf auf einem Kongress in Ober-Nazareth die arabischen Christen dazu auf, sich bei den israelischen Streitkräfte zu melden. Bis 2012 hatten sich pro Jahr 35 Arabisch sprechende Christen für den Armeedienst eingeschrieben. Nach dem Aufruf, im Jahr 2013, waren es 150.
      Naddaf zahlte einen Preis für seine Rede. In seinem Büro in Ober-Nazareth sagt er bei türkischem Kaffee, dass ihm der Zutritt zur griechisch-orthodoxen Verkündigungskirche daraufhin verwehrt worden sei. Eine Kampagne in den arabischen Me¬dien brandmarkte ihn als Verräter. Die Palästinensische Autonomiebehörde forderte seine Absetzung aus all seinen Ämtern. 2013 wurde sein Sohn tätlich angegriffen.
      Hanin Zoabi erklärte in einem offiziellen Brief am 1. November 2012, dass Naddaf mit seinem Aufruf zur Rekrutierung die christliche Jugend gefährde, sie von ihrem Volk abspalte und ihrem Feind in die Arme führe. Eine schwarze Liste christlicher Funktionäre ging zusammen mit Bildern junger Christen, die an Rekrutierungsveranstaltungen teilgenommen hatten, durch die israelfeind¬liche Presse. Unterstützung erfuhr Naddaf von »Im Tirzu« und von Premierminister Netanyahu. Im September 2014 forderte Naddaf in einer Rede, den Menschenrechtsrat der UN in Genf dazu auf, die »Hexenjagd« auf Israel zu beenden.

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    14. Obwohl Sarah, Abdol und Naddaf prozionistisch eingestellt sind, unterscheiden sich doch ihre Motive. So ist Naddaf der Überzeugung, dass die Christen im Nahen Osten keine Araber, sondern Aramäer seien. Religiös, historisch und ethnisch seien diese Christen mit dem jüdischen Volk verbunden und es gebe keinen Grund für sie, sich als Minderheit in der arabischen Minderheit zu sehen.
      Sarah ist gläubige Anhängerin der puristischen Korani-Sekte, eines Ablegers der Ahmadiyya, die den Juden das Recht auf das »Heilige Land« zuspricht. Nach Sarahs Meinung ist der Nahostkonflikt vor allem ein Religionskrieg. Quer durch die islamische Welt und auch von muslimischen Geistlichen in Israel werde kolportiert, Israel bedrohe die auf dem Tempelberg in Jerusalem gelegene al-Aqsa-Moschee. Dies schüre Hass, gegen den sehr schwer rational zu argumentieren sei. Von der Besatzung als Grund für die Feindseligkeiten will sie nichts wissen. Bis 1967 seien »Judäa und Samaria«, wie sie sagt, in den Händen der Jordanier gewesen und dennoch habe sich 1964 die Fatah konstituiert.
      Abdols prozionistische Einstellung hat nichts mit seinem Glauben zu tun. Er wechselte in der 10. Klasse von einer arabischen auf eine hebräische Schule, wo er in der 11. Klasse an einer Klassenreise nach Auschwitz teilnahm. Diese Fahrt hat seine Weltsicht geprägt. Wer sich mit dem Holocaust auseinandersetze, verstehe die absolute Notwendigkeit eines jüdischen Staats, sagt er.
      Während Sarah der Meinung ist, dass es keine Besatzung gebe, befürwortet Abdol einen eigenen Palästinenserstaat. Realistisch sei die Zwei-Staaten-Lösung indes nicht. Nach einem Abzug der Israelis würden im Westjordanland Hamas, al-Quaida, der IS und der Iran um die Herrschaft konkurrieren. Die Palästinenser wären wohl die größten Verlierer des israelischen Rückzugs.
      Auch in den besetzten Gebieten gibt es Bestrebungen, auf die Israelis zuzugehen. Ali Abu Awwat stammt aus einer Flüchtlingsfamilie aus Beit Ummar. Seine Mutter war eine PLO-Aktivistin und wurde vom israelischen Inlandsgeheimdienst verhaftet, als er 10 Jahre alt war. 1990 wurde Ali verhaftet, er saß vier Jahre in einem israelischen Gefängnis.
      Während der zweiten Intifada schoss ihm ein Siedler ins Knie. Als er sich zur Behandlung in Saudi-¬Arabien aufhielt, wurde sein Bruder an einem Checkpoint getötet. Ali hatte Rachegedanken, ließ aber davon ab. Als seine Familie von einer israelischen Friedensinitiative kontaktiert wurde, die Trauernde beider Seiten zusammenbringt, willigte die Mutter in das Treffen ein. Bis zu der Zusammenkunft mit der jüdischen Familie im Haus seiner Mutter war Ali überzeugt, dass Juden keine Gefühle hätten. Als er sah, wie seine Mutter gemeinsam mit einer Israelin trauerte, die ihren Sohn verloren hatte, änderte sich seine Wahrnehmung schlagartig.

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    15. Ali setzte im Sommer 2014 ein eindrucksvolles Zeichen der Verständigung, als er die trauernde Familie eines der drei ermordeten Jugendlichen aufsuchte. Er ist Mitbegründer von Roots, einem Projekt, das Siedler und deren palästinensische Nachbarn zusammenbringt.
      Im Juni 2016 stellte der Palästinenser vor einer Gruppe von 50 nationalreligiösen Juden in Jerusalem seine Initiative vor. Er habe häufig mit linken Menschenrechtlern gearbeitet, sagt Ali, er habe viele Konferenzen besucht, in schicken Hostels geschlafen und an Veranstaltungen für den Frieden teilgenommen. Mal sei er bei »Yoga for peace«, mal bei »Hummus for peace« gewesen. Irgendwann wollte er raus aus der Tel Aviver Wohlfühlblase, um sich den¬jenigen Israelis zuzuwenden, die den Palästinensern besonders verhasst sind – den jüdischen Siedlern. Von diesen Menschen habe er gelernt, was Judäa und Samaria für die Juden bedeuteten. Es sei eine Illusion, anzunehmen, dass die Siedler irgendwann verschwinden. Er sei ein stolzer Palästinenser und kein Zionist, sagt Ali. Doch er habe begriffen, dass die Herausforderung darin bestehe, die Geschichte der jeweils anderen Seite zu akzeptieren. Für Ali heißt das auch, dass Juden und Araber sich das Land teilen.
      Zu - Prozionistische Muslime
      Neue Zionisten
      von Oliver Vrankovic
      http://jungle-world.com/artikel/2016/48/55309.html
      http://www.hagalil.com/2016/12/neue-zionisten/

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    16. Zu den G20 - Protesten.
      Eine Kritik:
      Die Autonomen nehmen das Motto des Veranstaltungsbündnisses „Welcome to Hell“( Automone Gruppen aus dem Bündnis „G20 – welcome to hell") ernst und befolgen ihre selbstbefohlenen Aussagen konsequent, sie werden damit zu einem permanenten Wiedergänger ihrer selbst. Und es stellt sich somit genau das Szenario ein, wie vom Demoveranstalter heraufbeschworen. Antideutsche Kritik B. Links.

      Die politische, hochmoralische – selbstgewisse Meute ermächtigt sich den „Störenfried G 20“ in finalistischer Form zur Strecke zu bringen. Man hat groß mobilisiert aus nahezu ganz Europa kamen die libertären und anarchistischen Autonomen um sich in einer epischen Schlacht sich voll und ganz hinzugeben um es danach [alles] hymnisch zu verklären. Scheitert aber dann, nicht zum ersten Mal an der Polizei. Die Ordnungsmacht wird aber dadurch wie in einen fortlaufenden Racheimpuls nicht chaotisch, sondern mit junger Dynamik immer zielgerichteter angegriffen. Die ideologische Propaganda der meist jungen Horde gegen Staat und Kapital bleibt aber von ihnen unreflektiert bestehen und kanalisiert sich in einen Krieg aller gegen alle und alles (Pressevertreter, Bäckereien, Fahrräder, Autos usw.) Hier zeigt sich das Scheitern der Aufklärung, sie verkehrt sich ins Gegenteil. Die militanten 'Autonomen' entdecken spätestens jetzt ihr Zerstörungs- und Strafbedürfnis, der autoritäre Charakter lässt grüßen. Mit den Wunsch in der Hölle zu leben und für jeden die Hölle zu betreiben die er verdient, verstärken die 'kriegerischen Autonomen' in extremster Überhöhung der Tat, die Mythologisierung ihres Krieges. Wie es der Name 'Autonome' schon ankündig, geht es den „individualistischen“ Autonomen um Überhöhung des autonomen Daseins in der Selbstermächtigung und Gewaltfantasien sich die Hand geben, am Ende glaubt man tatsächlich wen man den Adrenalinstoß spürbar auslebt und z.B. ein Fahrrad kaputt macht, ist die libertäre Weltrevolution und der Frieden am Horizont sichtbar. Vorrübergehend wird dadurch eine angebliche machtfrei Situation erreicht, in der sich manch kraftvolle ideologische Großartigkeit posenhaft, sich über alle Kritik erhebt und dabei die Freiheit und die Aufklärung pervertiert.

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    17. Weitere ideologiekritische Informationen dazu auf -http://nokrauts.org/2017/07/vorschein-des-schlechteren-zu-den-protesten-gegen-den-g20-gipfel-in-hamburg/
      http://nichtidentisches.de/2017/07/a-aber-aberwiegehtdaswirklich/
      https://jungle.world/artikel/2017/26/hoelle-hoelle-hoelle-der-vorschein-des-schlimmeren
      https://www.facebook.com/IdeologiekritischeAktion/photos/a.951642591577503.1073741830.858889470852816/1556589591082797/?type=3&theater Weitere Info: zu den selbigen Kommentaren der Ideologiekritische Aktion hier: PS: Erst wenn die "Mächtigen" nicht mehr können oder wollen, kann es so was wie eine 'machtfreie Revolution' vielleicht irgendwann mal geben, dabei sollten die zivilisatorische Errungenschaften der westlichen Demokratie erhalten bleiben. Vorerst bleiben ideologiekritisch Antifas – selbstbestimmt Bewegungsfern. Antideutsche Kritiker werden ihre Autonomie nie aufgeben und sich hoffentlich niemals an solche Demos aller Jan van Aken's oder des durchgeknallten Alt - Autonomen Alexander Beuth's beteiligen. Bei van Aken's Großdemonstration haben es die Demonstrationsteilnehmer nicht einmal geschafft, bzw. gewollt die antisemitische Grausamkeit BDS - raus zu schmeißen. Die deutsche Ideologie aller Marx und die der Aufklärung sind gescheitert, sie konnten Auschwitz nicht verhindern. Horkheimer und Adorno versuchen in ihren Buch Dialektik der Aufklärung - Antworten zu finden; wir auch - (Antideutsche Ideologie-Kritik). Viele rechts- linkslibertäre Identitären, Anarchisten, Antiimperialisten und Autonome - sind in instabile klein-partielle Zustände gefangen, in der je nach Laune vegan –sektisches Leben zelebriert wird oder irgendwann der Autismus zum Vorschein kommt und zur krankhaften Realität wird. Aber zuvor wird sich Hordenhaft ausgetobt, Anm. Es mag in Nuancen unterschiede geben, (rechts-links- Gegensatz usw.) die Verfeindeten jedoch, ergänzen und brauchen sich. Der identitäre Vollautonome sozusagen sollte sich zumindest dann [danach] in der Reflexion der Dinge, die Frage stellen wie er dabei Beziehungsfähig bleibt, obwohl er Selbstkritik gar nicht kann; dass aber beim Gegner massiv und wehleidig einfordert. Deshalb erstmal - westliche und freie Demokratien, gegen solche egomanische Horden verteidigen und Ich - Stark bleiben; Solidarität mit den USA und Israel! Text wurde am 21. 07 noch mal überarbeitet.
      PPS: https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome Mitte des 19. Jahrhunderts wurde unter Libertarismus (libertarianism) in England die philosophische Auffassung von der Willensfreiheit verstanden. Die erste politische Verwendung des Ausdrucks „libertär“ stammt von dem Anarchisten Joseph Déjacque, der den französischen Ausdruck libertaire 1857 in einem Brief an Pierre-Joseph Proudhon zur Abgrenzung des kommunistischen Anarchismus vom seiner Ansicht nach liberalen Mutualismus verwandte. Weitere Info: https://en.wikipedia.org/wiki/Autonomism, https://de.wikipedia.org/wiki/Individualistischer_Anarchismus

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    18. http://gruppe8maiweiden.blogspot.de/2017/07/zu-den-g20-protesten.html

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    19. Weitere Kommentare: zu den G20-Protesten


      Antifagruppe Weiden Neustadt16. Juli 2017 um 11:12
      Nicht nur das man die Errungenschaften des Westens nicht schätzt; die Autonomen zeigen auch kein Interesse am Aufstand des Proletariats.
      Obwohl die Romantik der nationalen Befreiung noch eine Rolle spielte, ging es diesem neuen Internationalismus nicht um den Aufstand des Proletariats – von dem zumindest ein Großteil der Bewegung ohnehin keinen richtigen Begriff hatte –, sondern um Partizipation und Empowerment der Zivilgesellschaft. Nichts anderes bedeutete etwa der viel geschmähte Slogan »Think global, act local« – den viele radikale Linke damals zum endgültigen Beweis für den Provinzialismus der globalisierungskritischen Bewegung und deren Verabschiedung von der richtigen, auf den Klassenkampf setzende Kapitalismuskritik erklärten.
      https://jungle.world/artikel/2017/27/was-bisher-geschah


      Antifagruppe Weiden Neustadt19. Juli 2017 um 05:39
      Mensch muss sich dass mal vorstellen jedes Produkt das nicht herrschaftsfrei hergestellt wurde darf in der Logik der permanenten 'Autonomen Revolution' erbeutet oder zerstört werden. Wer so denkt wie die 'indivitual-anarchistischen Autonomen' denkt zerstörerisch und ist auf langer Dauer - Beziehungunfähig und in seinen 'krankhaften Autismus' gefangen.

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    20. Die Gewaltfrage wird nach dem G20-Gipfel in Hamburg mal wieder rauf und runter diskutiert. Thomas Ebermann hielt am 15.12. 2016 in Wien einen Vortrag zum Thema Militanz. Anm. „Kritik der Kritik“ Thomas Ebermann Meinung über die Militanz es ist schon ein älterer Vortrag aber hört selbst http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/militanz.html

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  5. Weitere Info zu Gewalt und den Antisemitismus, viel extreme Linke treten als Exekutionsmacht auf und unterscheiden sich in manchen Fragen (Antisemitismus) kaum noch von rechten Extremisten. Info dazu auf: https://www.welt.de/politik/deutschland/article157108767/Der-verschwiegene-Antisemitismus-der-deutschen-Linken.html

    Für ein Selbstbestimmtes Leben! Gegen jeden Antisemitismus!

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