Samstag, 17. September 2016

Antifaschismus in Zeiten globaler Krise und Regression

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
im Rahmen des Antifa Kongress Bayern      Werbung
Samstag, 8. Oktober 2016, 17 Uhr, Nürnberg      
K4/Künstlerhaus, Königsstraße 93

Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan, Viktor Orbán, Rodrigo Duterte, Donald Trump, Marine Le Pen, Geert Wilders, Norbert Hofer, Frauke Petry, Jörg Meuthen, Alexander Gauland – schön, wenn einem diese Leute alle miteinander egal sein könnten. Doch -zig Millionen Menschen haben sie zu ihren geliebten FührerInnen erkoren.
Fast schlagartig manifestieren sich weltweit massenhaft verbreitete menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen. Erschreckend viele lassen sich von autoritären, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen und sexistischen Gefühlen leiten. Zwar halten sich die Fans von Mauern, Stacheldrähten und Schießbefehlen für entschiedene Gegner von Islamisten und Djihadisten, doch sie stehen ihnen näher als sie glauben. Ressentiment gegen die Moderne und Sehnsucht nach homogener Gemeinschaft markieren ihre tiefe Seelenverwandtschaft.
Nicht zufällig spielt sich das vor dem Hintergrund einer globalen Krise des kapitalistischen Verwertungszusammenhangs ab, die seit 2008 nicht enden will. Doch die Linken, deren Thema das eigentlich sein müsste, verwechseln entweder Kapitalismus- mit Kapitalistenkritik und bewegen sich in der Nähe des Antisemitismus. Oder sie entsorgen die Kritik der politischen Ökonomie gleich ganz und deuten die Welt anhand einer Schablone aus „Deutschland“ und „Islam“. Kaum überraschend gleichen manche Thesen aus unterschiedlichsten linken Ecken denen der AfD.
Schwierige Zustände. Doch auch in Zeiten globaler Krise und Regression müssen AntifaschistInnen nicht wie das Kaninchen auf die Schlange starren. Bei realistischer Lageeinschätzung können sich sogar neue Chancen auftun. Wie attraktiv ist „national-sozial“? Was will der Ruf nach direkter Demokratie? Wie hilfreich ist die „Islamdebatte“? Wie äußert sich Antisemitismus heute? Was ist linksreaktionäre Ideologie? Wie ist mit Antizionismus und Instrumentalisierung Israels umzugehen? Welche Hausaufgaben hat Antifa inmitten einer zunehmend verrückter werdenden Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen, tatsachenresistenten Linken, Nazis, Islamisten und Djihadisten? Was heißt emanzipatorische Intervention heute?
Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. in konkret, Jungle World und auf emafrie.de

Mittwoch, 27. Juli 2016

Rio / Diskussionsabend

im Rio Raum Weiden Asylstaße 11; Donnerstag, 11. August 2016  20:30 Uhr    ( Hinterhaus)   
Bildergebnis für Antideutsche Aktion   Themen:                            Veranstalter: Antifagruppe Weiden Neustadt Bild in Originalgröße anzeigen


·        Kritik des Imperialismus-Begriffs [Hauptthema]
·         Next Topics [perhaps]: Autoritäre Narzissten auf den Vormarsch, wer Stoppt Erdogan, Putin und  Donald Trump. Der Amerikanismus Trumps ist antiamerikanisch, behindertenfeindlich  und seine Bankenkritik ist antisemitisch.² Die Despoten Erdogan u, Putin. Zivilisationsverfall und Verachtung: Keine Lebensmittel mehr für Domflüchtlinge, dann kam die Polizei und beendet jede Hoffnung. a.g.Anlass² [Info dazu]²
·         Die radikale Linke und die Schwierigkeiten vermittelbarer Islamkritik.
·         Gegen jeden Rassismus! zu  München: Terror und Amok.²                              
Kritik des Imperialismus-Begriffs: Die falsche Vorstellung von Gut und Böse. G. Text Kommentarbereich. Bild Rosa Luxemburg;
Die Vorstellung, dass man für den Antiimperialismus offen sein muss, erinnert an einen daran, dass man entweder für das Gute oder für das Böse ist. Der Begriff des Imperialismus hat viel mit anderen Begriffen zu tun, die in der Öffentlichkeit genauso bekannt sind wie Antisemitismus,  Sexismus, Rassismus, Faschismus, Nazismus, Kapitalismus, Islamismus usw. Neben diesen Begriffen wird der Begriff Imperialismus ausschließlich aus einer moralischen Sichtweise diskutiert. Ist man dafür oder dagegen. Aber was ist denn eigentlich Imperialismus? Was wird überhaupt damit ausgesagt? Die moralischen und politischen Auflagen des Imperialismus-Begriffs sind eher aus einer historischen Dimension zu betrachten. Es verhindert in der aktuellen Gegenwart die wirklich real ökonomischen politischen Bedingungen ideologiekritisch zu erfassen, die unterhalb dessen abläuft, was im eigentlichen Sinn das Kapital reproduziert und im Prinzip die Kritik nicht mehr zugänglich ist.
Wenn man den Imperialismus-Begriff heute ideologisch benutzt; werden in der Regel von Antiimperialisten, antiamerikanische, antisemitische und antizionistische Ressentiments - dazu formuliert. Der  leninistische Antikapitalismus/Antiimperialismus definiert das Kapital über den Gebrauchswert und entdeckt die Völkeremanzipation und der Blick auf das Proletariat entschwindet.  

Sonntag, 24. Juli 2016

Trauer in München

Terror und Amok in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Attentäter von München war laut Medienmeldungen kein Islamist, stattdessen zeigte er ein starkes Interesse u. a.  auch an den rechtsextremistischen Attentäter Breivik. Das Breivik – Massaker war neben den Amoklauf von Winnenden, für David S. laut Landeskriminalamt ein wichtiger Bezugspunkt. Desweiteren formuliert der Attentäter selbst ein Manifest.

Die Opfer waren meist jugendliche Kosovo-Albaner und Deutsch-Türken,  es ist davon auszugehen,  dass der Deutsch-Iranische Attentäter von München neben Ego- Shooter – Spielen sich vielmehr nach abgrenzenden, feindlichen  und prodeutschen Aussagen sehnte und diese auch machte. Nachdem er von einem derben Deutschen als „Kanacke“ beschimpft wurde, verteidigt der Täter seine deutsche Identität. Die Aussagen des Mörders „Ich bin Deutscher ... ich bin hier geboren worden“ sind in diesen Zusammenhang ernst zu nehmen. Die weiteren Aussagen, dass er in psychiatrischer Behandlung war und in einer Hartz 4 Gegend lebt,  zeigen seine sozialen Ängste und Phobien an.
Derlei Barbarei entsteht nicht einfach so.  Gewalt und Terror  entwickeln sich notwendiger Weise aus einer Straf-  und Ordnungsvorstellung  heraus, in der Ich-Schwache Mensch sich autoritäre und narzisstische Vorstellungen und  Lösungen hingibt.  Dies führe zu einer Charaktereigenschaft, bei der ein geringes Selbstwertgefühl durch übertriebene Einschätzung der eigenen Wichtigkeit und den großen Wunsch nach Bewunderung kompensiert werden. Heranwachsende Personen die noch  keine ausreichende  Ich-Stärke aufbauen können, verlieren sich dabei, oft zu gerne in ihr eigenes Elend (sehen sich z.B. ausschließlich als Mobbingopfer usw.);  in diesen Fall geht er als wütender und rasender Deutscher, trotzig und zielgerichtet voran, er vollzieht  die rächende Vergeltung – in  gnadenloser  Grausamkeit gegen Vollkommen unschuldige „Fremde“. – Das ganze Morden ist geplant und wohlkalkuliert durchgeführt worden. Die Polizei spricht davon -  das er über ein Jahr sich darauf vorbereitet hat. Die weiteren (vorläufigen) Aussagen des bayerischen Landeskriminalamts  bei der Pressekonferenz  um 14Uhr am Sonntag, 24. 07. 2016, in München, dass er nicht Zielgerichtet gegen Migrantenkinder vorgegangen ist, ist  daher mit Skepsis zu begegnen. Nachtrag: 27. 07. 2016. Die F.A.Z meldet das Ali. David S. ein  Rechtsextremist war, er ermordete die jugendlichen Türken und Kosovo-Albaner mit gezielten Schüssen.
Weil die hiesige Ordnung in sich eine zu tiefst Gewalttätige ist, in der die Optimierung und die Zurichtungen des Kapitalismus vorherrschen, braucht es sozial Aktive Menschen um Abgehängten zu helfen und eine materialistische Kritik des Staats und der Gesellschaft die diese Schwierigkeiten zum Gegenstand hat  - um  sich an ihnen zu messen. Oft gelingt es manchmal nicht. Klar ist aber auch, dass in den modernen Demokratien - Abgehängten und Außenseitern am ehesten entgegen gekommen wird, [solange sie sich zumindest zivilisiert benehmen] ist doch der Westen dafür nach wie vor ein begehrter Zufluchtsort, obgleich das Asylrecht schon massiv eingeschränkt ist. Wenn aber die Abghängten zu autoritären Narzissten werden, dann muss man ihnen schnell entgegentreten. Weitere Info:  http://schlamassel.blogsport.de/2016/07/23/terror-in-muenchen-wettruesten-der-ideologen-2/
Gegen jeden Rassismus und Extremismus! Für ein Selbstbestimmtes und Ich-Starkes Leben!
Antifagruppe Weiden Neustadt 
PS: Bisher weigert sich Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, den rassistischen Hintergrund des Mörders anzuerkennen. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass David S. wie sein Vorbild aus rechtsextremistischen Motiven nicht gehandelt hat. Zitat: Thomas Steinkraus-Koch sagte sinng. 'David S., der Deutsch-Iraner war, schimpfte viel auf Türken und andere Ausländer, schrieb aber kurz vor seiner Tat in einem Chat:' "Ich hasse alle Menschen." Man muss sich das mal vorstellen, neben den Hass auf alle Menschen, schimpft der Täter auf Ausländer und Türken,  ermordet sie und der Oberstaatsanwalt sieht keinen menschenfeindlichen und rassistischen Hintergrund. Man sieht, wie in diesen Fall, die Tat  psychopathologisiert wird. Nachtrag: 27.07.16 -    Keine Verharmlosung der Tat! Gegen jeden Nazismus!
PPS: Diese Ich-Schwäche hat Theodor W. Adorno später immer wieder theoretisch zu erklären versucht und in düsteren Sentenzen rhetorisch gegeißelt. Anm. zu letzt überarbeitet 6. 8. 2016 Bild wikipedia