Mittwoch, 11. November 2020

Erinnerungen an Bruno Walter

Bruno Walter 1912
Als Bruno Walter im März 1933 kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten sein viertes Konzert mit den Berliner Philharmonikern geben wollte, drohten die neuen Machthaber, sie würden im Saal alles kurz und klein schlagen lassen, falls Walter das Podium betreten sollte. In der Folge emigrierte Walter nach Österreich. Dort dirigierte er oft die Wiener Philharmoniker, außerdem leitete er zahlreiche Opernaufführungen an der Wiener Staatsoper sowie bei den Salzburger Festspielen. 1936 wurde er in der Direktion Erwin Kerber künstlerischer Berater mit umfassenden Kompetenzen an der Wiener Staatsoper. In dieser Zeit war er auch fester Gastdirigent beim Amsterdamer Concertgebouworkest. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 – die Nachricht vom Einmarsch der Wehrmacht erreichte ihn auf Konzertreise in Amsterdam – musste er abermals emigrieren, zunächst nach Lugano, erhielt dann die französische Staatsbürgerschaft, ging aber im November 1939 doch in die USA, wo er als prominenter Dirigent vom Los Angeles Philharmonic Orchestra sofort eingesetzt und 1946 eingebürgert wurde. https://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Walter | Beverly Hills, 11. November 1939. Der Dirigent Bruno Walter emigriert in die USA. Der Weg ins amerikanische Exil ist für ihn kein Schritt ins Ungewisse, nichts wovor er sich hätte fürchten müssen. "Meine eigene Verpflanzung verlief ohne Krisen", wird Bruno Walter später schreiben. Kein Wunder, denn in seiner neuen Heimat ist der Dirigent längst ein Star. Er kennt die amerikanische Mentalität, liebt Land und Leute. Deshalb bleibt ihm das Schicksal anderer deutscher Emigranten - Entwurzelung, ökonomische Probleme, die Unfähigkeit sich in der Fremde zurecht zu finden - erspart. | Bildquelle: picture-alliance/dpa https://www.br-klassik.de/audio/was-heute-geschah-11-november-1939-bruno-walter-emigriert-in-die-usa-100.html