Erinnern heißt kämpfen gegen rechten Terror der Nazis und der Hamas, keine Verharmlosung der Tat
Ein Aufruf der initiative kritisches gedenken und der Gruppe Antithese
Samstag, 20.12.2025, 18:30 Uhr
Hugenottenplatz, Erlangen
45 Jahre ohne Frida Poeschke und Shlomo Lewin. Am 19. Dezember 1980 wurden die beiden aus antisemitischen Motiven in Erlangen ermordet. Der Täter: Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. Die Ermittlungsbehörden zogen einen antisemitischen Hintergrund lange Zeit nicht in Betracht, die Erlanger Stadtgesellschaft kehrte recht schnell zum Alltag zurück. Shlomo Lewin und Frida Poeschke gerieten daraufhin lange in Vergessenheit. Das erst 2010 wieder einsetzende Gedenken seitens der Stadt Erlangen war immer wieder von Entpolitisierung geprägt. Dagegen richten sich seit 2012 antifaschistische Gruppen mit einer jährlichen Gedenkkundgebung.
In den letzten drei Monaten haben wir gemeinsam mit dem Künstler:innenkollektiv „Zentrale für“ einen Raum gestaltet und betrieben, der den Doppelmord und die jahrzehntelange Verharmlosung von Antisemitismus und rechtem Terror mitten in die Erlanger Innenstadt trug. Er bot Platz für Fragen, Austausch, Gedenken, Recherche, Bildung und Vernetzung.
Nun wollen wir mit dem Gedenken an Frida Poeschke und Shlomo Lewin auch die Fragen aus dem Raum mit euch auf die Straße tragen. Klagen wir gemeinsam die gesellschaftlichen Zustände an, die rechten Terror weiterhin ermöglichen!
Gegen Antisemitismus und Rassismus. Solidarität mit allen Betroffenen rechter Gewalt! Kommt mit uns auf die Straße!
Im Anschluss an die Kundgebung findet die Finissage der Ausstellung im Erinnerungsraum (Goethestraße 29) statt.
Mehr
unter:
https://kritischesgedenken.de/
Ein vergessener rechtsterroristischer Doppelmord
Am Abend des 19. Dezember 1980, der Schabbat hat gerade begonnen, öffnet Shlomo
Lewin ohne jeden Argwohn die Haustür und erblickt seinen Mörder, der sofort
drei Schüsse aus einer Beretta-Pistole auf ihn abgibt und anschließend noch
einen finalen Kopfschuss aus nächster Nähe setzt. Danach tötet der Unbekannte
Lewins Lebensgefährtin Frida Poeschke ebenfalls mit vier Kugeln. Es war eine
«regelrechte Hinrichtung», erklärt die Polizei. Und es war der erste Mord an
einem offiziellen Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik
Deutschland.
https://antidekritblogwen.blogspot.com/2025/12/bekampft-den-rechten-terror-erinnert.html

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