Nürnberg trägt
Karo – Gemeinsam Haltung zeigen – Gegen jeden Antisemitismus, zeigt Solidarität
mit Israel
11. Oktober @ 12:00 - 15:00
Eine
VA der DIG AG NÜRNBERG-MITTELFRANKEN mit IKGN und Iron Dome Nürnberg, Iron Dome
Ansbach, Iron Dome Erlangen
Gemeinsam
mit Karoline Preisler tragen wir das Gedenken an die Opfer des
7. Oktobers in Nürnberg in Solidarität mit den Überlebenden, den Heimgekehrten,
ihren Angehörigen und allen vom Terror betroffenen Menschen. Die
Vernichtungsagenda der Hamas und ihrer Verbündeten kann durch nichts gerechtfertigt
werden. Das Selbstverteidigungsrecht Israels ist nicht verhandelbar. Die Lehre
aus Jahrhunderten blutigen Judenhasses kann nur ein starkes Israel und der
weltweit entschlossene Kampf gegen jede Form von Antisemitismus sein.
Unser
Silent Walk steht für:
– Gedenken an die Opfer des Hamas-Massakers vom Oktober 2023.
- Solidarität mit dem einzigen jüdischen Staat und seinen Bürgerinnen und
Bürgern.
– Solidarität mit allen Überlebenden des islamistischen Terrors, den befreiten
Geiseln und den Angehörigen der Opfer.
– Solidarität mit allen Menschen, die trotz Anfeindungen Haltung zeigen gegen
Israelhass und Antisemitismus.
- Aktiven Schutz jüdischen Lebens in Nürnberg, in Deutschland und weltweit.
- Ein klares Bekenntnis zu Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.
– Ein unmissverständliches NEIN zum Terror und jeder Form seiner Verherrlichung
oder Relativierung.
Plakate
& Schilder zum Thema sind willkommen
Für
blühendes jüdisches Leben in Nürnberg und gegen den Hass auf die Heimstätte des
jüdischen Volkes.
Rudolf Gelbard
wurde 1930 in Wien geboren und als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Als eines
der wenigen Kinder überlebte er die Internierung in Theresienstadt und setzt
sich seit seiner Befreiung als Mitglied der Sozialdemokratischen
Freiheitskämpfer für die Aufklärung über die NS-Verbrechen ein. Neben seiner
laufenden Tätigkeit in Schulen, auf Symposien und in Lehrveranstaltungen war er
auch als Mitglied der Kulturkommission der Israelitischen Kultusgemeinde
tätig.
Für seine
Verdienste und seine aufklärerische Vortragstätigkeit wurde er von der Republik
Österreich mit dem Berufstitel Professor und weiteren Auszeichnungen, darunter
die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille,
geehrt. Seit 2008 wird vom Republikanischen Club - Neues
Österreich der "Rudolf Gelbard Preis für Aufklärung gegen
Faschismus und Antisemitismus" vergeben. Gelbard selbst war der erste Preisträger
dieser Auszeichnung.
4.12.1930 geboren in Wien 12.3.1938 Einmarsch der Deutschen Wehrmacht. Beobachtung von
Drangsalierungen von Juden (die sogenannten Reibpartien) auf den Straßen.
Entfernung aus der Schule wegen jüdischer Abstammung, deshalb immer wieder
Schulwechsel. 9.11.1938 Reichskristallnacht (Reichspogromnacht) bewusst erlebt (30.000
jüdische Männer wurden verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager
gebracht, viele Tempel und kleine Bethäuser wurden zerstört) 1938 - 1942 Immer drückendere Lebensumstände (Hunger) 2.10.1942 bis 8.5.1945 Häftling im KZ Theresienstadt. (Von 15.000
Kindern überlebten nur sehr wenige.) Politische Schulung durch fünf bedeutende
linkssozialistisch-zionistische und sozialdemokratisch-zionistische Jugendführer
verschiedener Nationen, welche alle in Auschwitz II (Birkenau) ermordet wurden. Mai 1945 Rückkehr nach Wien. 1945 - 1948 Nachholen der Schulbildung. Täglicher Privatunterricht mit
Gymnasialprofessor Dr. Minha 1948 - 1950 Besuch der Handelsschule Neumann ab 1948 ständiger Besuch von weiterbildenden Kursen an verschiedenen
Wiener Volkshochschulen und außerordentlicher Hörer am Institut für
Zeitgeschichte Wien an der Universität Wien
Themenschwerpunkte:
Geschichte
der sechs Hauptströmungen im Zionismus
Geschichte
des Nahostkonflikts
Geschichte
des Holocaust (Shoa)
Parteisäuberungen
in der Sowjetunion, der Kommunistischen Internationale und den
Volksdemokratien (Zeitraum 1934 bis 1971)
Geschichte
der Taktik und Strategie der Kommunistischen Internationale
Geschichte
des Nationalsozialismus.
Die
Verfolgungsgeschichte der totalitären Systeme des 20. Jahrhundert
1948 - 1949 Besuch der Akademie der Sozialistischen Jugend Österreichs. 1951 - 1952 Beschäftigung in der Firma meines Vaters Alexander Gelbard.
Mein Vater starb 1952 im 46. Lebensjahr an den Folgen der KZ-Haft. Auch meine
Mutter starb vorzeitig an den Folgen der KZ-Haft (an psychischer Zerrüttung).
19 Familienmitglieder wurden ermordet. 1954 - 1963 Erhebungsabteilung des Bundesministeriums für soziale
Verwaltung. 1956 - 1958 Besuch der Wiener Parteischule der SPÖ. 1964 - 1974 beruflich tätig als Marktfierant mit Stoffen auf
verschiedenen Wiener Märkten und gleichzeitig zeitweise auch selbständiger
Handelsvertreter. 1975 - 1990 Redakteur beim "Kurier"
Tätigkeit als
Mitglied
der Ombudsman-Redaktion
Dokumentarist
für Zeitgeschichte
a) Vorbereitung und Literaturzusammenstellung für viele zeitgeschichtliche
Artikelserien
b) Vorbereitung und Literaturzusammenstellung für politische Sachbücher
c) Recherchearbeit für Chefredakteur Hans Rauscher und Redakteur Peter
Pisa
d) Recherchearbeit für Chefredakteur Dr. Franz Ferdinand Wolf (ORF-Sendung
"Zu Gast bei Dr. Wolf", jeweils Sonntagvormittag im Theater in
der Josefstadt)
ab 1.1.1991 Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis beim Kurier (Erreichung des 60.
Lebensjahres)
Pensionsantritt.
Ab diesem Zeitpunkt umfangreiche Tätigkeit als Vortragender (Zeitzeuge) an
Universität
Wien, Seminare von Univ.-Doz. Dr. Herbert Steiner und Univ.-Prof. Dr.
Wolfgang Neugebauer
Vorträge
an verschiedenen Gymnasien in Wien und den Bundesländern
Vorträge
an Berufsschulen in Wien
Moderator
von Buchpräsentationen zum Thema Zeitgeschichte im Rahmen der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien
In den 50er
Jahren Beobachter bei verschiedenen
Nazi-Kriegsverbrecher-Prozessen (z.B. gegen Mitglieder der SS-Polizeidivision.
Diese Einheit ermordete Zehntausende Juden in Galizien).
In den 60er
Jahren Teilnahme an verschiedenen Protestdemonstrationen
gegen Freisprüche von österreichischen Gerichten in verschiedenen
Kriegsverbrecherprozessen.
Prozess
Murer, Gebietskommissar von Wilna
Prozess
Novak, SS-Transportoffizier im Eichmann-Kommando
Prozess
Rajakovitsch, SS-Wirtschaftsoffizier im Eichmann-Kommando
Prozess
Verbelen, SS-General in Belgien
In den 70er
Jahren Sprengung eines Vortrages des amerikanischen
Revisionisten David Hoggan im 7. Bezirk.
In den 80er
Jahren Sprengung eines Vortrages des englischen
Revisionisten David Irving im Parkhotel Hietzing.
In den letzten
Jahrzehnten Beobachter bei allen Neonaziprozessen
Prozess
I Honsik
Prozess
I Küssel
Prozess
Schimanek
Prozess
Entreß
Prozess
II Küssel
Prozess
Wehrsportgruppe Trenck
Prozess
NÖ Neonazigruppe
Prozess
David Irving
Prozess
John Gudenus
Prozess
II Honsik 20.4.2009
Recherchearbeit
für die Bücher von Hans-Henning Scharsach "Haiders Kampf",
"Haiders Clan" und "Haider und Europa" und von Hans
Rauscher, "Israel, Europa und der neue Antisemitismus" (Ein aktuelles
Handbuch)
Im Jahre 1972
Tod des einzigen Kindes (Tochter Judith) mit 17 Jahren.
Seit 1990 verheiratet mit Inge Gelbard.
Antifaschistische
Aktivitäten
Mehr lesen
(Beteiligung an
vielen antifaschistischen Auseinandersetzungen)
1946 Ganztägige Belagerung der Wiener Universität (es gab antisemitische
Tumulte bei einer Vorlesung über die Geschichte der Juden im Mittelalter). 1948 Sprengung der Gründerversammlung der Ariseure (sie nannten sich
euphemistisch "Verband der Rückstellungsbetroffenen") Hotel
Wimberger. Februar 1955 Sprengung einer Neonaziversammlung (Hotel Münchnerhof). Der
VDU-Nationalrat Dr. Fritz Stüber wollte eine Versammlung abhalten unter dem
Titel "Hungerrenten und die jüdischen Forderungen an Österreich" 17.10.1959 Schwere Straßenauseinandersetzungen (Schiller-Feier -
erstmaliger Aufmarsch nach dem Zweiten Weltkrieg der volkstreuen Verbände in
Wien, deutschnationale neonazistische Gruppen). Bund heimattreuer Jugend,
Österreichischer Turnerbund (mit den Dietwarten), schlagende Verbindungen
(Teutonia, Germania, Gothia, Libertas, Bruna Sudetia, Olympia). Die
Burschenschaft "Olympia" des Dritten Nationalratspräsidenten Dr.
Michael Graf war schon vor 50 Jahren die härteste deutschnationale Verbindung. 29.3.,31.3.1965 Sehr harte Straßenauseinandersetzungen in Wien (ein
Toter: ehemaliger KZ-Häftling Ernst Kirchweger)
"Borodajkevic-Affäre". Der Täter war das Mitglied des Ringes
freiheitlicher Jugend Günther Kümmel.
Zeitzeugenschaft
- Privileg und Verpflichtung
„Überleben ist
ein Privileg, das verpflichtet. Ich habe mich immer wieder gefragt, was ich für
die tun kann, die nicht überlebt haben. Die Antwort, die ich für mich gefunden
habe (und die keineswegs die Antwort jedes Überlebenden sein muss), lautet: Ich
will ihr Sprachrohr sein, ich will die Erinnerung an sie wach halten, damit die
Toten in dieser Erinnerung weiterleben können. Aber wir, die Überlebenden, sind
nicht nur den Toten verpflichtet, sondern auch den kommenden Generationen: Wir
müssen unsere Erfahrungen an sie weitergeben, damit sie daraus lernen können.
Information ist Abwehr. Überlebende müssen wie Seismographen sein, sie müssen
die Gefahr − früher als andere − wittern, in ihren Konturen erkennen und
aufzeigen. Sie haben nicht das Recht, sich ein zweites Mal zu irren und für
harmlos zu halten, was in einer Katastrophe münden kann.“
– Simon
Wiesenthal: Aus: Recht, nicht Rache (Brief an junge Menschen), mehrfach zitiert
von Rudolf Gelbard